«Wir haben Bedenken wegen einer möglichen KI-Blase», sagte Notenbankchef Yang Chin ⁠Long am Donnerstag bei einer Anhörung im Parlament in Taipeh. «Die KI wird von ‌realem Wachstumspotenzial angetrieben, aber die Gefahr einer übermässigen ‌Expansion durch eine zu ​hohe Verschuldung bereitet uns Sorgen.»

Die Zentralbank hatte im Juni den Leitzins trotz des Konjunkturbooms unverändert gelassen. Dies sei angemessen gewesen, da die Entwicklung in traditionellen Industriezweigen hinter der boomenden Technologiebranche zurückbleibe, betonte Yang. Obwohl der Beschluss ‌nicht einstimmig fiel, sah das Entscheidungsgremium der Zentralbank den vom KI-Aufschwung ausgehenden Inflationsdruck nicht als ausreichend für eine Zinserhöhung an. Taiwan spielt eine entscheidende ​Rolle in der globalen KI-Lieferkette für Tech-Konzerne wie ​Nvidia und Apple. An der Spitze steht ​der Chip-Hersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC). Fast alle der modernsten Hochleistungsprozessoren stammen aus TSMC-Fabriken.

Die weltweite ‌Nachfrage nach taiwanischen Produkten für KI-Anwendungen bleibt Daten des Finanzministeriums zufolge hoch. So stiegen die Exporte von Elektronikkomponenten im Juni um 32,8 Prozent auf ​mehr ​als 25 Milliarden Dollar. Die ⁠gesamten Ausfuhren legten um 40,3 Prozent zu. ​Das US-Geschäft wuchs ⁠dabei um 34,8 Prozent, das mit China um 22,2 Prozent. Gleichzeitig kletterten ‌die Importe auf einen Rekordwert von 62,63 Milliarden Dollar, ein Plus von 51,8 Prozent. Dies deutet auf einen ‌hohen Bedarf an Maschinen und Rohstoffen für die Produktion ​hin. Für Juli rechnet das Finanzministerium mit einem Exportwachstum zwischen 34 und 39 Prozent.

(Reuters)