Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor sank im Dezember um 0,3 auf 47,9 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte.
Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit einem Anstieg auf 48,4 Zähler gerechnet. Das Barometer blieb damit den zehnten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Auf das Verarbeitende Gewerbe entfallen gut zehn Prozent der Wirtschaftsleistung der USA.
Die Daten signalisierten damit weiter kein Zulegen der ökonomischen Aktivität, sagte NordLB-Experte Tobias Basse. «Folglich liefert dieser Einkaufsmanagerindex bisher keine Anzeichen für die vom Weissen Haus eigentlich gewünschte Reindustrialisierung der USA.» Die US-Wirtschaft wachse beim Blick auf die Details mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten - «in der Summe sind die klassischen Industrieunternehmen offenbar eher nicht im oberen Tabellendrittel der entsprechenden Rangliste zu finden», betonte der Analyst.
Helaba-Experte Ralf Umlauf erklärte, die Industriestimmung enttäusche erneut. Im Hinblick auf die Zinssenkungserwartungen bezüglich der US-Notenbank Fed dürften «die Zahlen wieder für etwas mehr Lockerungsspekulation sorgen». Diese seien aktuell nicht besonders ausgeprägt und ein Zinsschritt sei erst per Juni 2026 voll eingepreist.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte im vergangenen Jahr den Leitzins in drei Schritten um insgesamt 0,75 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt.
