Die Aktien von Tecan fallen um 3,6 Prozent auf 117,10 Franken. Im frühen Handel waren sie zunächst bis auf 115,70 Franken und damit den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren gefallen. Der Gesamtmarkt (SPI) fällt zeitgleich um 0,45 Prozent.
Auch wenn einige Analysten wie bei Octavian oder Vontobel die am Montagmorgen vorgelegten Zahlen zum Jahr 2025 als eher gemischt bewerten, können die zuständigen Analystinnen dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen. So hebt die Octavian-Expertin hervor, dass die Ziele für eine völlige Wachstumserholung weiter nach hinten verschoben wurden. Gleichzeitig dürften diese Präzisierungen aber auch so etwas wie Klärung mit sich bringen.
Bei Vontobel wiederum heisst es, Tecan befinde sich mitten in einem Sturm. Sowohl Währungseinflüsse als auch die US-Zollpolitik belasteten.
Derweil hebt der zuständige UBS-Analyst vor allem das zweite Semester 2025 hervor. Es sei Tecan gelungen, in der zweiten Jahreshälfte besser als erwartet abzuschneiden. Allerdings dürfte der Ausblick für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele für Konsensanpassungen nach unten sorgen.
Rote Zahlen im Jahr 2025
Tecan ist im vergangenen Geschäftsjahr wegen Wertminderungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Erneut hatte der Laborausrüster mit kräftigen Gegenwinden zu kämpfen. Für das bereits laufende Jahr schlägt das Unternehmen aus Männedorf vorsichtige Töne an und startet ein Transformationsprogramm.
Der Umsatzrückgang um 1,6 Prozent in Lokalwährungen auf 882,5 Millionen Franken ist bereits seit Anfang Januar bekannt. Neu sind dagegen die Gewinnzahlen. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) fiel 2025 auf 142,1 Millionen Franken von 164,4 Millionen im Jahr zuvor, wie Tecan am Montag bekannt gab. Die entsprechende Marge kam bei 16,1 Prozent (VJ 17,6 Prozent) zu liegen.
Ohne die kombinierten negativen Auswirkungen von Wechselkurseffekten und Zöllen in Höhe von 200 Basispunkten lag die bereinigte EBITDA-Marge bei 18,1 Prozent und entsprach damit den im März kommunizierten Prognosen.
Wertminderungen von 140 Millionen
Unter dem Strich rutschte Tecan mit einem Verlust von 110,7 Millionen Franken sogar tief ins Minus. Grund dafür seien nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 139,5 Millionen, die aus der strategischen Restrukturierung weniger rentabler oder verlustbringender Produktlinien resultierten.
Mit den Zahlen liegt Tecan bis auf den Gewinn im Rahmen der Analysten-Schätzungen (AWP-Konsens). Einen Verlust hatte allerdings keiner der Experten erwartet.
Den Aktionären will Tecan eine unveränderte Dividende von 3,00 Franken zahlen. Zudem schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung am 15. April die Wahl vom Straumann-Chef Guillaume Daniellot als neues unabhängiges Mitglied vor.
Vorsichtiger Ausblick und Transformationsprogramm
Mit Blick in die Zukunft zeigt sich der Laborausrüster für 2026 weiterhin vorsichtig: Der Laborausrüster erwartet nur eine allmähliche Erholung der Endmärkte, eine vollständige Normalisierung jedoch noch nicht. «Die Marktentwicklung dürfte sich zwischen einem moderaten Rückgang und einem moderaten Wachstum bewegen», heisst es in der Mitteilung. So rechnet Tecan mit einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Lokalwährungen.
Derweil dürften die Wechselkurse und die Auswirkungen von Zöllen die Rentabilität auch im Jahr 2026 belasten. Tecan geht davon aus, dass diese externen Faktoren die bereinigte EBITDA-Marge um 110 Basispunkten drücken werden. Unter Berücksichtigung dieser Effekte prognostiziert das Unternehmen eine bereinigte EBITDA-Marge - ohne Restrukturierungs-, Akquisitions- und Integrationskosten - von 15,5 bis 16,5 Prozent.
Diese Prognose beinhaltet auch eine zugrunde liegende Rentabilitätsverbesserung von 50 bis 150 Basispunkten, die aus dem laufenden Transformationsprogramm resultieren soll. Denn zusammen mit den Zahlen hat Tecan angekündigt, das Transformationsprogramm «Rewired» ins Leben gerufen zu haben. Es soll Tecan zukunftssicher machen und befähigen, «sowohl bei der Innovation als auch bei der Umsetzung herausragende Leistungen zu erzielen».
