Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal einen negativen ‌Cashflow, ⁠also einen Mittelabfluss, von 1,1 Milliarden Dollar. Analysten waren nach Daten von LSEG von einem Minus ⁠von 3,3 Milliarden Dollar ausgegangen.

Der bereinigte Gewinn lag bei 33 Cent pro Aktie, wie der US-Konzern am Mittwoch ‌nach US-Börsenschluss bekanntgab. Analysten hatten im Vorfeld mit 51 Cent gerechnet, ‌nach 40 Cent im gleichen Zeitraum des Vorjahres. ​Beim Umsatz schnitt der Autobauer aus dem texanischen Austin dagegen besser ab als vorhergesagt: Die Erlöse beliefen sich auf 28,2 Milliarden Dollar. Experten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt 25,7 Milliarden Dollar erwartet.

Die Tesla-Aktie gab im nachbörslichen Handel zunächst um rund drei Prozent nach. Konzernchef Elon Musk hatte ‌den Fokus zuletzt verstärkt von der Autoproduktion auf KI-Projekte wie selbstfahrende Taxis und humanoide Roboter verlagert. Die Investitionen in diesem Bereich sollen in diesem Jahr auf 25 Milliarden Dollar steigen.

Unter Anlegern werden jedoch ​zunehmend Fragen laut, wann sich diese massiven Ausgaben auszahlen werden. Die Entwicklung von ​Technologien für autonomes Fahren verläuft langsamer als von Experten ​erwartet. Zudem verfehlte Musk mehrfach selbstgesteckte Ziele. So wächst das Robotaxi-Netzwerk langsamer als angekündigt. Die Produktion des eigens entwickelten ‌Robotaxis «Cybercab» kommt nach Musks Angaben nur zögerlich in Gang. Analysten von Morgan Stanley erklärten, wegen der steigenden Investitionen konzentrierten sich die Anleger zunehmend auf Belege dafür, dass die Ausgaben die Marktposition von ​Tesla ​im Bereich der physischen KI stärkten.

Das klassische Autogeschäft ⁠von Tesla zeigte sich zuletzt hingegen robust. Dank einer anziehenden ​Nachfrage nach Elektroautos - insbesondere in ⁠Europa - lieferte der Konzern im zweiten Quartal eine Rekordzahl an Fahrzeugen aus. Mit rund 480'000 Autos ‌verkaufte Tesla so viele wie noch nie in diesem Zeitraum. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war es ein Anstieg um ein Viertel.

Der Absatz des Elektroautopioniers erholt sich damit ‌weiter vom Einbruch des Vorjahres, als die rechtsgerichteten politischen Aktivitäten von ​Firmenchef Elon Musk vor allem in Europa Kunden vergraulten. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten einen Absatz von 1,7 Millionen Fahrzeugen, ein Plus von knapp vier Prozent.

(Reuters)