⁠Ein Terminkontrakt für die Juli-Lieferung verteuerte sich am Donnerstag um rund ein Prozent ‌auf 78,04 US-Cent je Pfund. Steigende Ölpreise ‌verteuern die aus Rohöl hergestellte ​Kunstfaser Polyester, eine Alternative zu Baumwolle. Zudem drohen in wichtigen US-Anbaugebieten erhebliche Ernteausfälle. «Die Anbauflächen in den USA werden ungefähr so gross sein wie im letzten Jahr, vielleicht sogar etwas ‌grösser, aber wir beobachten extrem trockene Bedingungen von Texas bis North Carolina», sagte Jeff Thompson vom Handelshaus Choice Cotton Company. «Es könnten ​in erheblichem Umfang Anbauflächen aufgegeben werden.»

Auch die ​eingeschränkte Düngemittelversorgung könnte zu einer noch ​geringeren US-Baumwollernte führen, fügte der Experte hinzu. Diese Befürchtungen wurden durch eine ‌Prognose der US-Wetterbehörde CPC untermauert: Dieser zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Übergang zum sogenannten El Nino zwischen Mai und ​Juli bei ​61 Prozent. Bei El ⁠Nino handelt es sich um ein ​Wetterphänomen mit Ursprung ⁠im Pazifik, das weltweit Wetterextreme wie Dürren auslösen kann. ‌Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) zeigten jedoch zugleich einen Nachfragerückgang. Die wöchentlichen Nettoverkäufe für das laufende Vermarktungsjahr fielen in der ‌Woche zum 9. April um 50 Prozent, während ​die Exporte um elf Prozent sanken. 

(Reuters)