Thomas Oetterli - Schindler-CEO: «Wir sind beim Ausblick etwas vorsichtig»

Neben sehr guten Jahreszahlen hat der Liftkonzern Schindler einen etwas vorsichtig formulierten Ausblick vorgelegt. Konzernchef Thomas Oetterli sagt, welche Faktoren das Management zurückhaltender werden liessen.
14.02.2019 14:25
Von Marc Forster
Schindler-CEO Thomas Oetterli sieht keine Rezession aufziehen.
Bild: cash

14 Prozent mehr Gewinn, 7 Prozent mehr Umsatz, gut 6 Prozent höhere Orderbestände: Das Jahresresultat des Lift- und Rolltreppenkonzerns Schindler lässt sich sehen. Nach einem Zick-Zack-Kursverlauf des Partizipationsscheins in den letzten Monaten hilft dieser Zahlensatz an der Börse. Die Anleger schicken den Titel, der zum Blue-Chip-Index SLI gehört, am Donnerstag um 4 Prozent nach oben. 

Puncto Ausblick für das laufende Jahr formulierte Schindler am frühen Morgen allerdings etwas vorsichtig. Zwar werde ein Wachstum über dem Markt und damit 4 bis 6 Prozent mehr Umsatz erwartet. Einige der Absatzmärkte könnten aber schwieriger werden, hiess es. Nachdem schon der Hauptkonkurrent Otis in den USA beim Ausblick die Erwartungen gedämpft hatte: Drohen Schindler schwierigere Zeiten?

Schindler hat das Geschäft auf die drei Regionen Nord- und Lateinamerika, Europa-Afrika-Nahost und Asien-Pazifik aufgeteilt. Keine der drei Regionen sei schlecht aufgestellt, sagt Konzernchef Thomas Oetterli im cash-Video-Interview. Gewisse Sorgen bereitet dem Konzern aber der US-Markt: "In Nordamerika könnte mit der Zeit ein Ende des Zyklus kommen", sagt Oetterli. Einen Einfluss auf das Geschäft dürfte sich auch einstellen, wenn der US-chinesische Handelskonflikt andauern wird.

Gewisse Sättigung in China

Der Markt in China wird sich für Schindler nach Einschätzung des Konzernchefs "flach" entwickeln. Auch wenn im asiatischen Riesenmarkt verschiedentlich von Konjunktureintrübungen die Rede ist, wird die Nachfrage für den Konzern insgesamt stabil bleiben, wie das Management schätzt.

"Es gibt immer noch Millionen Menschen, die neu in die Städte ziehen, und die brauchen Wohnungen", sagt Oetterli. Neue Wohnungen bedeuteten mehr Gebäude, mehr Gebäude heisse mehr Lifte. In einigen Regionen Chinas sei aber auch von einer gewissen Sättigung in der Bautätigkeit auszugehen. Bezüglich der Weltwirtschaft geht Schindler nicht davon aus, dass es zu einer starken Konjunktureintrübung oder gar zu rezessiven Tendenzen kommt. 

Im cash-Video-Interview äussert sich Thomas Oetterli zu den globalen Megatrends, von denen auch die Liftbranche profitieren wird. Zudem erklärt er, wie Schindler die Digitalisierung in den Aufzug bringt.