Der Umsatz von Thomson Reuters stieg im vierten Quartal um fünf Prozent auf zwei Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,07 Dollar und damit knapp über den Analystenschätzungen von 1,06 Dollar.
Für 2026 erwartet das Unternehmen, zu dem auch die Nachrichtenagentur Reuters gehört, ein Umsatzwachstum von 7,5 bis 8 Prozent. Zudem soll die Dividende um zehn Prozent steigen. Für Übernahmen sind in den kommenden bis 2028 elf Milliarden Dollar vorgesehen.
Überschattet werden die Zahlen von Sorgen der Anleger über eine mögliche Bedrohung des Geschäftsmodells durch neue Anbieter von Künstlicher Intelligenz. Die jüngste Marktreaktion spiegele «Angst und nicht die Fundamentaldaten» wider, erklärte Konzernchef Steve Hasker. «Wir sehen greifbare Vorteile aus unseren fortgesetzten Investitionen in KI.» Die mittel- bis langfristigen Gewinner im Bereich der juristischen KI würden diejenigen sein, die über vertrauenswürdige Inhalte und Fachwissen verfügten.
Die Aktie war am Dienstag im Zuge eines breiten Ausverkaufs im Software- und Dienstleistungsbereich um fast 18 Prozent eingebrochen. Vorbörslich waren die Papiere am Donnerstag nach Vorlage der Zahlen gefragt: Die Aktien lagen fast fünf Prozent im Plus.
Hintergrund sind Befürchtungen über die wachsende Konkurrenz durch KI-Neulinge wie Anthropic. Der Entwickler des Chatbots Claude hatte ein juristisches Plugin für sein Tool Claude Cowork vorgestellt. Dieses kann juristische Dokumente prüfen und Schriftsätze erstellen - zentrale Tätigkeitsfelder im Geschäft von Thomson Reuters.
Finanzchef Michael Eastwood sagte, der Anteil von Produkten mit generativer KI am zugrundeliegenden Vertragswert sei auf 28 Prozent gestiegen - nach 24 Prozent im Vorquartal. Der Umsatz in den drei Hauptbereichen Recht, Steuern und Buchhaltung sowie Unternehmen wuchs aus eigener Kraft um neun Prozent. Die Nachrichtenagentur Reuters steigerte ihren Umsatz um fünf Prozent.
«Die Ergebnisse sind weitgehend im Rahmen der Erwartungen», sagte Rob Hales, Analyst bei Morningstar. Ohne eine deutliche Überraschung nach oben werde der Markt angesichts des aktuellen Umfelds jedoch wahrscheinlich nervös bleiben.

