Mehrere russische Regionen rationieren inzwischen den Verkauf von Benzin und Diesel. In ⁠der sibirischen Region Omsk werde die Abgabe von Benzin auf 40 Liter pro ‌Auto begrenzt, teilte Gouverneur Witali Chozenko am Montagabend ‌auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. ​

Diesel werde je nach Standort auf 80 bis 200 Liter limitiert, das Abfüllen in Kanister sei verboten. Damit sollten Panikkäufe an den Tankstellen verhindert werden. Auch die benachbarte Region Nowosibirsk bereitet nach Angaben ihres Gouverneurs ‌Andrej Trawnikow ähnliche Einschränkungen vor. Ab Dienstag rationiert zudem der zweitgrösste russische Ölkonzern Lukoil den Verkauf von Benzin und Diesel in der Region Woronesch ​im südlichen Zentralrussland, wie die Behörden dort mitteilten.

Die ​Engpässe in dem Land, das der ​drittgrösste Ölproduzent der Welt ist, sind eine Folge der verstärkten ukrainischen Luftangriffe auf die ‌russische Energieinfrastruktur sowie auf Logistik- und Versorgungswege. Diese trafen auch Ziele, die mehr als 2000 Kilometer von der Frontlinie in der Ukraine entfernt liegen. ​Die ​Kraftstoffkrise betrifft neben den sibirischen Gebieten ⁠auch die von Russland annektierte Halbinsel ​Krim sowie Regionen im ⁠Zentrum und Osten des Landes.

Die Ukraine versucht mit den Angriffen ‌auf Öl- und Gasanlagen auch tiefer im Landesinneren, eine wichtige Einnahmequelle für Russlands Kriegswirtschaft zu treffen. Die Führung in Moskau ‌hatte zuletzt die Ausfuhr von Flugtreibstoff bis zum 30. ​November verboten und die Ausfuhr von Benzin eingeschränkt.

(Reuters)