Roche präsentiert am Donnerstag, 29. Januar, die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025. In dieser Zeit musste der Pharmakonzern einen Spagat zwischen politischem Druck aus den USA und seiner Forschungspipeline meistern. 

Dennoch dürfte sich der Umsatz der Gesamtgruppe laut AWP-Konsens auf 61,83 Milliarden Franken erhöht haben, nach 60,5 Milliarden Franken im Vorjahr. Der Grossteil des Betrages geht auf die Sparte Pharma zurück, rund 47 Milliarden Franken, während Diagnostics 13 Milliarden Franken des Gesamtumsatzes ausmacht. 

Den Core-Ebit beziffern die Experten auf 21,99 Milliarden Franken, das wäre rund 1 Milliarde mehr als 2024. Der Gewinn je Aktie wird auf 19,85 Franken geschätzt, die Dividende dürfte 9,87 Franken betragen. 

Was sind die brennendsten Fragen?

Die Preiseinigung mit der US-Regierung von Donald Trump dürfte wohl das Thema sein, das Investoren am meisten umtreiben wird. Die Fragen dazu: Wie bewertet der Basler Konzern selbst den Deal, was genau bedeutet die Einigung für die Preisgestaltung von neuen Medikamenten in der Zukunft und wie sieht es mit Lancierungen in den Ländern ausserhalb der USA aus? Ob das Management-Team um den Roche-Chef Thomas Schinecker diese Fragen alle beantworten kann, bzw. will, wird sich allerdings zeigen.

Zudem hatte sich der Konzern-Chef kurz vor Weihnachten bereits in einem Interview sehr deutlich zu dem Thema geäussert: Sollte die Schweiz dem Referenzsystem der USA nicht folgen, und die Preise für neue Medikamente entsprechend nicht erhöhen, wird Roche laut Schinecker weniger in die Spitzenforschung investieren können. Denn der Konzern würde weniger Umsatz erzielen. Folglich würde Roche «weniger Steuern zahlen und weniger Arbeitsplätze» schaffen.

Schinecker fordert zusammen mit dem Novartis-Chef Vas Narasimhan, dass die Medikamentenpreise in der Schweiz steigen. Sollte dies nicht passieren, werde es wohl zu weiteren Verzögerungen bei Einführungen von neuen Medikamenten kommen.

Analysten wiederum scheinen dieses Thema eher abgehakt zu haben. Wie es etwa bei Barclays heisst, rechnen sie nur mit einem begrenzten Einfluss auf die Finanzen der Konzerne. Stattdessen konzentrieren sich die Experten auf die Forschungspipeline und die Entwicklung der bereits zugelassenen Mittel.

Fokus auf die Pipeline

Wie bei allen Pharmaunternehmen dreht sich an sich alles um die Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline. Roche zählt hier zu einem der Hochleistungskonzerne - auch wenn sich das Unternehmen zuletzt auf einige Kerngebiete beschränkt hat.

Als besonders spannend könnte sich ein Blick auf die Diagnostik-Sparte erweisen. Hierzu hatte sich Bernstein zuletzt sehr zuversichtlich geäussert und die Sparte als klar zu stiefmütterlich behandelt eingeschätzt.

Zuletzt hatte der Konzern jedoch mit einigen neuartigen Wirkstoffen etwa in der Krebsbehandlung (Giredestrant) oder bei Multipler Sklerose (Fenebrutinib) und der Behandlung von Fettleibigkeit für vielversprechende Schlagzeilen gesorgt.

Welche Ziele hat sich das Management gesetzt?

Mit der Publikation der Neunmonatszahlen im Oktober hatte die Konzernführung die Gewinnziele für das Gesamtjahr angehoben. So strebt Roche zu konstanten Wechselkursen weiter einen Anstieg der Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Der Kerngewinn je Titel soll unterdessen neu im hohen einstelligen bis tiefen zweistelligen Prozentbereich steigen (zuvor hoher einstelliger Prozentbereich). Die Gruppe bleibt bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen.

Was macht die Aktie?

Die Roche-Bons haben im laufenden Jahr bisher um rund 7 Prozent zugelegt. Damit entwickelten sie sich besser als der Gesamtmarkt, der im gleichen Zeitraum um knapp 1 Prozent nachgab. Im vergangenen Jahr hatten die Roche-Titel um rund 28 Prozent zugelegt.

Schenkt man den Analysten Glauben könnten sich die Genusscheine auf rund  331,21 Franken verteuern - so zumindest das durchschnittliche Kursziel. Es liegen neun Kaufempfehlungen vor und drei Verkaufsempfehlungen. Acht Experten vergeben derzeit das Rating «Halten». 

(AWP/cash)