«Ich hoffe, dass unsere Beziehung zu China stärker und besser sein wird als je zuvor», schrieb Trump. Chinas Staatschef Xi Jinping hatte den US-Präsidenten nach Angaben des chinesischen Aussenministeriums am ersten Tag des Staatsbesuchs eindringlich zum Thema Taiwan gewarnt. Bei einem falschen Umgang mit dem Thema Taiwan liefen die beiden Grossmächte Gefahr, aneinander zu geraten oder gar in einen Konflikt zu stürzen, sagte Xi. Die Äusserungen fielen demnach bei einem mehr als zweistündigen Gespräch hinter verschlossenen Türen.
Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als eigenes Territorium. Die USA unterhalten wie viele andere Staaten mit Rücksicht auf China keine formalen diplomatischen Beziehungen zu der demokratisch regierten Insel. Sie unterstützen sie aber unter anderem mit Waffen, was regelmässig für scharfe Kritik aus Peking sorgt. Die Warnung des chinesischen Staatschefs anlässlich des ersten China-Besuchs eines US-Präsidenten seit fast einem Jahrzehnt fiel ungewöhnlich hart aus. Xi bezeichnete Taiwan als das grösste Problem zwischen den USA und China. Die Regierung in Peking schliesst den Einsatz von Gewalt zur Einnahme der Insel nicht aus.
Die USA sind hingegen gesetzlich verpflichtet, Taiwan die Mittel zur Selbstverteidigung zur Verfügung zu stellen. Bei einem Fototermin nach dem Gespräch fragte ein Journalist den US-Präsidenten, ob auch Taiwan Thema gewesen sei. Trump gab darauf keine Antwort. US-Aussenminister Marco Rubio, der Trump in China begleitete, sagte jedoch dem Sender NBC News, Taiwan sei besprochen worden. «Die Chinesen sprechen es immer an. Wir stellen immer unsere Position klar und gehen dann zu den anderen Themen über», sagte Rubio. Die US-Politik in der Taiwan-Frage habe sich nicht geändert.
In ihrer Zusammenfassung der zweistündigen Unterredung erwähnte die US-Seite Taiwan nicht. Sie hob stattdessen gemeinsame Interessen hervor. Beiden Seiten sei daran gelegen, ihre Wirtschaftsbeziehungen zu verbessern und die im Zuge des Iran-Kriegs faktisch geschlossene Strasse von Hormus wieder zu öffnen. Man sei sich einig, dass der Iran niemals an Atomwaffen gelangen dürfe.
In einem Interview des Senders Fox News sagte US-Präsident Donald Trump zudem, China habe Hilfe im Iran-Krieg angeboten. «Er würde es begrüssen, wenn ein Deal erzielt wird. Und er bot an: Wenn ich irgendwie helfen kann, würde ich das gerne tun», so Trump. Auf Nachfrage, ob Xi das tatsächlich so gesagt habe, bestätigte Trump dies ausdrücklich. In einem zuvor veröffentlichten Interview des Senders NBC News sagte US-Aussenminister Marco Rubio, dass Trump Xi nicht um «irgendetwas» gebeten habe. «Wir haben nicht um Chinas Hilfe gebeten, noch benötigen wir ihre Unterstützung», sagte er.
Ausserdem sei es bei dem Gespräch um mehr chinesische Investitionen und einen besseren Zugang für amerikanische Unternehmen zu chinesischen Märkten gegangen. China sei auch daran interessiert, amerikanisches Öl zu kaufen, um die Abhängigkeit vom Nahen Osten zu verringern. Trump sagte dem Sender Fox News, China habe zugestimmt, 200 Flugzeuge von Boeing zu bestellen. Dies wäre der erste Kauf von US-Verkehrsflugzeugen seit fast einem Jahrzehnt. Die Zahl der Flugzeuge lag jedoch deutlich unter den Markterwartungen von rund 500 neuen Bestellungen. Die Boeing-Aktie fiel daraufhin um mehr als vier Prozent.
Der chinesische Staatschef Xi Jinping hatte das Verhältnis zwischen China und den USA bei einem pompösen Staatsbankett am Vortag als die wichtigste Beziehung der Welt bezeichnet. «Wir müssen sie zum Erfolg führen und dürfen sie niemals scheitern lassen», fügte er hinzu. Die beiden Staatsoberhäupter wollen vor Trumps Rückflug in die USA noch zusammen Tee trinken und zu Mittag essen.
(Reuters)

