«Unsere Nation ist zurück – grösser, besser, reicher und ‌stärker als ⁠je zuvor», sagte Trump am Dienstag zu Beginn seiner Ansprache vor dem Kongress. Während seine ⁠Republikaner ihn mit «USA, USA»-Rufen feierten, verfolgten die oppositionellen Demokraten seine Worte mit eisigem Schweigen. Die Rede gilt als ‌wichtiger Test für den Präsidenten angesichts sinkender Umfragewerte, wirtschaftlicher ‌Sorgen und der bevorstehenden Kongresswahlen im November.

Trump steht ​innen- wie aussenpolitisch unter Druck. Einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Instituts Ipsos zufolge sind nur 40 Prozent der Amerikaner mit seiner Arbeit zufrieden. Erst vor wenigen Tagen hatte der Oberste Gerichtshof seine weitreichenden globalen Zölle für ungültig erklärt. Zudem verlangsamte sich ‌das Wirtschaftswachstum, während die Inflation zunahm. Teile der Regierung sind wegen eines Streits über Trumps Einwanderungspolitik lahmgelegt. Zudem ist es ihm bislang nicht gelungen, sein Wahlversprechen einzulösen, den Krieg in der Ukraine binnen ​24 Stunden zu beenden.

In seiner Rede versuchte Trump, den wirtschaftlichen ​Sorgen der Wähler mit einer Erfolgsbotschaft zu begegnen. ​Er erklärte, die Inflation sei «stark rückläufig», obwohl die Kosten für Lebensmittel, Wohnen und Versicherungen für viele Amerikaner hoch bleiben. ‌Zudem wurde erwartet, dass Trump erstmals öffentlich die Argumente für ein militärisches Vorgehen gegen den Iran darlegen würde. Auch seine harte Haltung in der Einwanderungspolitik wollte der Präsident verteidigen, obwohl eine ​Mehrheit der ​Amerikaner sein Vorgehen für zu weitgehend hält.

Die ⁠Rede zur Lage der Nation ist eine jährliche ​Ansprache des US-Präsidenten vor beiden ⁠Kammern des Kongresses. Sie ist ein zentrales Ereignis im politischen Kalender der USA. Die oppositionellen ‌Demokraten nutzten die Aufmerksamkeit für Protest.

Mehr als 20 Abgeordnete und Senatoren boykottierten die Rede. Zudem luden sie mehrere Frauen ein, die dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey ‌Epstein Missbrauch vorwerfen, um auf Trumps frühere Verbindungen zu ihm ​hinzuweisen. Die offizielle Antwort der Demokraten auf Trumps Rede sollte die Gouverneurin von Virginia, Abigail Spanberger, halten.

(Reuters)