Die Schweiz verhandelt derzeit mit den USA über ein verbindliches Handelsabkommen. Zu diesem Zweck traf Bundespräsident Guy Parmelin letzte Woche in Washington den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer.

Mitten in diesen Verhandlungen meldet sich US-Präsident Donald Trump zu Wort. Die Schweiz zahle derzeit nur «ein bisschen» an die USA, aber sie sollte «viel mehr zahlen», so Präsident Trump am Dienstag in einem Interview mit CNBC. «Wir werden das schon etwas erhöhen», fügte er hinzu.

Donald Trump kritisiert immer wieder das US-Handelsdefizit mit der Schweiz, das er auf rund 40 Milliarden Dollar beziffert. In seiner Rede am World Economic Forum in Davos im Januar sagte Trump, die Schweiz als kleines Land verursache ein überproportionales Defizit für die USA. Er behauptete zudem, die Schweiz würde ohne die USA «nicht mehr existieren».

Die Schweiz konnte die im letzten Jahr von den USA ausgerufenen Zollsätze von 39 Prozent auf 15 Prozent reduzieren. Bis Mitte des Jahres soll nun ein formelles Handelsabkommen stehen. 

«Ich glaube, beide Seiten haben ein Interesse daran, etwas in einem klaren Rahmen zu entwickeln, auf den man sich in Zukunft stützen kann», sagte Bundespräsident Parmelin am Freitag in Washington. Es gehe nicht darum, schnell oder langsam voranzukommen, sondern darum, Klarheit zu haben. Zu den laufenden Verhandlungen wollte sich Parmelin nicht äussern.

Die Verhandlungen mit den USA erfolgen ungeachtet der Tatsache, dass die US-Zollbehörde seit Montag mit der Rückzahlung von 166 Milliarden Dollar unrechtmässig erhobener Zölle begonnen hat. Der Supreme Court, das oberste Gericht der USA, hat im Februar die Zölle, die Trump am 2. April 2025 anlässlich des sogenannten «Libration Day» verkündet hatte, für illegal erklärt. Schweizer Firmen sollen laut Medienberichten nun rund 1,5 Milliarden Franken zurückfordern.

Daniel Hügli
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