US-Präsident Donald Trump hat mit weiteren Angriffen auf die iranische Insel Charg gedroht und verbündete Staaten zur Entsendung von Kriegsschiffen zur Sicherung ‌der ⁠Strasse von Hormus aufgerufen. Die US-Angriffe hätten den Grossteil der Insel «völlig zerstört», sagte Trump ⁠am Samstag (Ortszeit) dem Sender NBC News. «Wir schlagen vielleicht noch ein paar Mal zu, einfach nur zum Spass.» ‌Das US-Zentralkommando teilte mit, es habe mehr als 90 Standorte ‌auf Charg getroffen, darunter Lager für Seeminen, ​Raketenbunker und andere militärische Ziele. Teheran sei zwar zu einer Einigung bereit, «die Bedingungen sind aber noch nicht gut genug», so Trump. Zuvor hatte die US-Regierung bereits Vermittlungsversuche von Verbündeten aus dem Nahen Osten zurückgewiesen.

Zudem forderte Trump auf seiner Plattform Truth Social, Länder wie China, ‌Japan und europäische Staaten müssten sich um die Sicherung der für den Ölhandel wichtigen Meerenge kümmern. Der Iran drohte seinerseits mit einer Ausweitung der Angriffe als Vergeltung für US-Luftschläge und ​lehnt einen Waffenstillstand ab, solange die Angriffe andauern. Durch die Meerenge ​zwischen dem Iran und Oman wird normalerweise etwa ​ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases transportiert.

Westliche Staaten haben ihre Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer verstärkt, nachdem ‌am 2. März eine Drohne aus iranischer Produktion einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern getroffen hatte. Die britische Regierung spreche mit Verbündeten über «eine Reihe von Optionen, um die Sicherheit der Schifffahrt in ​der ​Region zu gewährleisten», teilte das Verteidigungsministerium am Samstag ⁠mit. Einem Bericht der Zeitung «The Telegraph» zufolge prüft Grossbritannien ​derzeit offenbar auch die Entsendung ⁠Tausender Abfangdrohnen in den Nahen Osten. Demnach untersuchen Militärvertreter, ob das Abfangdrohnensystem «Octopus» zur Verteidigung gegen ‌iranische «Shahed»-Drohnen eingesetzt werden kann.

Die französische Marine verlegt einem Regierungsvertreter zufolge etwa zwölf Schiffe, einschliesslich ihres Flugzeugträgerverbandes, ins Mittelmeer, ins Rote Meer und möglicherweise in die ‌Strasse von Hormus. Regierungsvertretern zufolge hat Frankreich sich mit europäischen, ​asiatischen und arabischen Staaten beraten, um einen Plan für den Geleitschutz von Tankern zu erstellen.

(Reuters)