Die Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und des Iran in Pakistan könnten schon in den nächsten zwei Tagen wieder aufgenommen werden, sagte Trump in einem ABC-Interview. Er denke nicht, dass eine Verlängerung zweiwöchigen Waffenruhe, die am 21. April endet, sein werde. Er ziehe ein Abkommen vor. Das US-Militär setzte indes seine Blockade iranischer Häfen an der Strasse von Hormus als Reaktion auf die andauernde Blockade der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge durch den Iran fort.
«Es könnte auf beide Arten enden, aber ich denke, ein Abkommen ist vorzuziehen, weil sie dann wieder aufbauen können», sagte Trump einem ABC-Reporter. Auch Vizepräsident JD Vance, der eine erste erfolglose erste Gesprächesrunde am Wochenende geführt hatte, sagte, er sei optimistisch. Trump erklärte in dem Interview weiter, dass es in Teheran nun «ein anderes Regime» gebe. «Wir haben die Radikalen ausgeschaltet.» Allerdings hatte die iranische Führung in den vergangenen Tagen wieder Oppositionelle im Land hingerichtet.
Zuvor hatten auch Vertreter Pakistans und des Iran erklärt, dass die Verhandlungen im Laufe dieser Woche in Pakistan fortgesetzt werden könnten. Es sei aber noch kein Datum festgelegt worden, hiess es aus iranischen Regierungskreisen.
Die US-Streitkräfte setzten nach eigenen Angaben die Blockade iranischer Häfen vollständig durch. US-Admiral Brad Cooper, Chef des US Central Command, sagte, die amerikanischen Streitkräfte hätten den wirtschaftlichen Handel, der über den Seeweg in den und aus dem Iran ein- und ausgeht, vollständig zum Erliegen gebracht. Dieser Handel mache 90 Prozent der iranischen Wirtschaft aus. «In weniger als 36 Stunden seit der Verhängung der Blockade haben die US-Streitkräfte den wirtschaftlichen Handel mit dem Iran auf dem Seeweg vollständig zum Erliegen gebracht», schrieb Cooper auf der Online-Plattform X. Das «Wall Street Journal» berichtete, dass das US-Militär acht Öltanker abgefangen und zur Umkehr gezwungen habe.
Allerdings scheint die Blockade auch Schiffe zu betreffen, die gar nicht aus iranischen Häfen kamen. So musste ein chinesischer Tanker, der wie sein Eigner wegen Handels mit dem Iran auf einer US-Sanktionsliste steht, Schiffstrackingdaten zufolge in die Strasse von Hormus umkehren, nachdem er am Vortag vergeblich versucht hatte, die Blockade zu umgehen. Der Tanker hat den Daten zufolge rund 250.000 Barrel Methanol an Bord, die er in den Vereinigten Arabischen Emiraten geladen haben soll.
Die Blockade in der Meerenge belastet weltweit die Preise, weil durch die Strasse von Hormus etwa ein Fünftel des weltweiten Bedarfs an Gas und Öl, aber auch Dünger aus der Golf-Region transportiert wurde. Die Ölpreise könnten auch deshalb wieder steigen, weil die USA laut zwei US-Regierungsvertretern nicht planen, die 30-tägige Ausnahmeregelung für Sanktionen gegen iranisches Öl auf See zu verlängern, die diese Woche ausläuft. Eine ähnliche US-Ausnahmeregelung von den Sanktionen gegen russisches Öl lief am Wochenende stillschweigend aus. China verhandelt nun mit Russland über die Lieferungen von zusätzlichem Öl und Gas.
Im dem von den USA und Israel gegen Iran begonnenen Krieg wurden bisher etwa 5000 Menschen getötet, davon etwa 3000 im Iran und 2000 im Libanon. Auslöser waren Irans nukleare Ambitionen und amerikanisch-israelische Warnungen, dass das Land kurz vor der Fähigkeit stehe, eine Atombombe zu bauen. Jetzt fordern die USA eine 20-jährige Aussetzung aller iranischen Nuklearaktivitäten. Teheran soll laut mit den Verhandlungen vertrauten Personen nur mit einer drei- bis fünfjährigen Pause einverstanden sein. Rafael Grossi, der Leiter der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), sagte in Seoul, die Dauer eines möglichen Moratoriums für die iranische Urananreicherung sei eine politische Entscheidung. Es sei möglich, dass Teheran einen Kompromiss als vertrauensbildenden Akt akzeptiere. Die USA dringen zudem darauf, dass Iran 400 Kilogramm bereits hochangereichertes Uran übergibt.
Belastet wird die Friedensperspektive mit dem Iran dadurch, dass Israel seine Angriffe gegen die mit Iran verbündete Hisbollah im Libanon fortsetzt und einen Teil des Südlibanons als «Schutzzone» beansprucht.
(Reuters)

