US-Präsident Donald Trump wird bei seiner anstehenden China-Reise von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation begleitet, zu der Tesla-Chef Elon Musk und Apple-Konzernlenker Tim Cook ‌gehören sollen. ⁠Bei dem Staatsbesuch vom 13. bis 15. Mai werden einem Insider zufolge Vereinbarungen ⁠zur Förderung von beiderseitigem Handel und Investitionen erwartet. Zudem dürfte die Regierung in Peking den Kauf von ‌Boeing-Flugzeugen sowie von US-Agrar- und Energieprodukten ankündigen, wie die Nachrichtenagentur Reuters ‌am Montagabend weiter meldete. Zu der Delegation ​gehören demnach mehr als ein Dutzend Spitzenmanager, darunter die Chefs von Finanzriesen wie Blackrock und Goldman Sachs.

Ein besonderes Augenmerk der Reise liegt auf der Luftfahrtbranche. Boeing-Chef Kelly Ortberg hofft auf einen lang erwarteten Grossauftrag aus der Volksrepublik. Insidern zufolge verhandeln der Airbus-Konkurrent und China ‌über die Lieferung von unter anderem 500 Maschinen des Typs 737 MAX. Es wäre die erste grosse Boeing-Bestellung aus China seit 2017 und könnte der grösste Flugzeugauftrag der Geschichte ​werden.

Nicht dabei ist hingegen Nvidia-Chef Jensen Huang. Er sei nicht eingeladen ​worden, da das Weisse Haus den Schwerpunkt auf ​andere Branchen lege, verlautete aus Kreisen. Cisco-Chef Chuck Robbins war zwar eingeladen, sagte seine Teilnahme wegen der anstehenden ‌Vorlage von Quartalszahlen jedoch ab, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.

Bei dem Gipfeltreffen wollen beide Länder zudem über die Verlängerung eines Stillhalteabkommens in ihrem Handelsstreit beraten. Diese Vereinbarung ermöglicht derzeit den ​Export ​von Seltenen Erden aus China in die ⁠USA. Ob die Frist bereits in dieser Woche verlängert ​wird, ist Reuters-Informationen zufolge noch ⁠unklar.

Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping waren zuletzt im Oktober in Südkorea ‌zusammengetroffen. Dort hatten sie sich geeinigt, ihren Handelskonflikt zunächst auf Eis zu legen. Zuvor hatten die USA dreistellige Zölle auf chinesische Waren verhängt, während die ‌Regierung in Peking damit drohte, das weltweite Angebot an Seltenen ​Erden einzuschränken. Trump wollte eigentlich schon früher nach Peking reisen, hatte seine Pläne aber verschoben - mutmasslich auch wegen des Iran-Krieges. 

(Reuters)