Angesichts sinkender Zustimmungswerte erwägt US-Präsident Donald Trump nach Angaben von Insidern eine Kabinettsumbildung. Hintergrund für Trumps Hoffnung auf einen Befreiungsschlag durch eine ‌solche ⁠Massnahme sei seine wachsende Enttäuschung über die Folgen des Krieges. Das sagten fünf ⁠mit den internen Diskussionen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die seit fünf Wochen andauernden Kämpfe hätten dem ‌Ansehen des Präsidenten geschadet. In seiner Republikanischen Partei facht ‌dies Sorgen vor den Kongress-Zwischenwahlen im ​November an.

Ein Umbau der Regierungsmannschaft könnte Trump einen Neustart in einer schwierigen Phase ermöglichen, hiess es in Trumps Umfeld. Zudem habe der Präsident mit der Entlassung von Justizministerin Pam Bondi in dieser Woche und dem Rauswurf von Heimatschutzministerin Kristi Noem ‌vor einigen Wochen bereits angefangen, sein Kabinett umzustellen.

Der Druck auf Trump war nach seiner Rede an die Nation am vergangenen Mittwoch gestiegen. Die Rede sollte Stärke ​und Kontrolle im Iran-Krieg vermitteln, verfehlte einem Insider zufolge jedoch ihre ​Wirkung. Der Präsident zeigte keinen Ausweg aus dem ​am 28. Februar begonnenen Krieg auf. In einer aktuellen Umfrage von Reuters/Ipsos heissen 36 Prozent ‌der US-Bürger Trumps Amtsführung gut. Dies ist der niedrigste Wert seit seinem Amtsantritt im Januar 2025. Zudem lehnen 60 Prozent der Befragten den von den USA und ​Israel ​begonnenen Krieg gegen den Iran ab.

Geheimdienstkoordinatorin Tulsi ⁠Gabbard und Handelsminister Howard Lutnick gelten mehreren Insidern ​zufolge als mögliche Wackelkandidaten. Gabbard ⁠hatte sich im Vorfeld des Krieges kritisch über militärische Interventionen geäussert. Lutnick steht ‌wegen seiner früheren Verbindung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in der Kritik. Ein Sprecher des Weissen Hauses teilte dagegen mit, Trump ‌habe volles Vertrauen in Gabbard und Lutnick. Das Kabinett habe ​historische Erfolge für das amerikanische Volk erzielt. 

(Reuters)