Auf der Plattform Truth Social postete Trump ein Foto, auf dem die rechte Regierungschefin ihn intensiv anschaut. Über dem Foto stand in Grossbuchstaben: «Restraining order needed» (zu Deutsch in etwa: «Einstweilige Verfügung notwendig»).

Eine öffentliche Reaktion von Meloni gab es zunächst nicht. Angesprochen auf den jüngsten Spott-Post sagte Aussenminister Antonio Tajani dem Sender Sky TG24: «Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir auf Erklärungen dieser Art nicht reagieren werden. Deshalb machen wir einfach weiter. Wir sind überzeugt, dass die transatlantischen Beziehungen weit über einzelne Äusserungen hinausgehen.» Trumps Äusserungen «kommentieren sich von selbst».

Trump schoss gegen Meloni - diese wies ihn zurecht

Zuletzt hatte es zwischen Trump und Meloni immer wieder Spannungen gegeben, die beiden stritten in den sozialen Medien. Auslöser war die Behauptung des US-Präsidenten, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel im französischen Évian um ein Foto mit ihm angefleht. Sie habe ihm leidgetan. Meloni bezeichnete dies als «völlig erfunden». Bei einem weiteren Schlagabtausch in den sozialen Medien wies sie ihn abermals zurecht.

Im Nachgang machte Trump klar, dass es ihm bei seiner Kritik vor allem um aus seiner Sicht fehlende Unterstützung im Iran-Krieg ging. Italien hatte US-Flugzeugen die Landung auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien verweigert.

Meloni setzte zuletzt auf Deeskalation

Meloni machte nach dem Schlagabtausch aber klar, sie wolle den Zwist nun nicht weiter anheizen. «Ich denke, dass unsere bilaterale Zusammenarbeit mit den USA wieder zur Normalität zurückkehren sollte», sagte sie vor knapp zwei Wochen bei einer Veranstaltung. Die Zusammenarbeit zwischen den USA und Italien beruhe auf einer «so langen und soliden Geschichte», dass sie nicht durch «eine Diskussion in den sozialen Medien» infrage gestellt werde.

Der zweitägige Nato-Gipfel in der Türkei beginnt am Dienstag.

(AWP)