«Wir werden sehr bald abziehen», sagte Trump am Dienstagabend vor Journalisten im Weissen Haus. Dies könne innerhalb von zwei oder drei Wochen geschehen. Für eine Beendigung des US-Militäreinsatzes «Operation Epic Fury» sei auch kein Abkommen mit dem Iran nötig. «Der Iran muss keinen Deal machen, nein», sagte Trump. Am Abend (Ortszeit, Donnerstag 03.00 Uhr MESZ) will er sich in einer Rede an die Nation zum Iran-Krieg äussern.
Die gegenseitigen Angriffe in der Nahost-Region gingen weiter. Der Iran drohte ab Mittwoch auch mit Angriffen auf US-Unternehmen wie Microsoft, Google und Apple in der Golf-Region. An den Finanzmärkten sorgten Hoffnungen auf eine Deeskalation für Erleichterung: Die Börsen in den USA und Asien legten zu.
Trump sagte, entscheidend sei, dass der Iran «in die Steinzeit zurückversetzt» werde, ohne die Fähigkeit, bald eine Atomwaffe zu bauen. Seine Äusserungen stehen im Gegensatz zu früheren Forderungen. Zuvor hatten die USA gedroht, die Angriffe zu verstärken, falls die Führung in Teheran nicht einem 15-Punkte-Abkommen für einen Waffenstillstand zustimme. Dieser US-Vorstoss sah unter anderem vor, dass der Iran auf Atomwaffen verzichtet, die Urananreicherung einstellt und die Strasse von Hormus wieder vollständig freigibt. Das US-Präsidialamt teilte dazu mit, Trump werde sich am Mittwochabend in einer Rede an die Nation wenden, um «ein wichtiges Update zum Iran» zu geben. Aussenminister Marco Rubio sagte dem Sender Fox News, es gebe Potenzial für ein Treffen beider Seiten «irgendwann». Sie Ziellinie sei in Sicht.
Trump steht wegen des Iran-Kriegs innenpolitisch zunehmend unter Druck, unter anderem wegen der gestiegenen Öl- und Benzinpreise. Einer Umfrage von Reuters/Ipsos zufolge sind zwei Drittel der US-Bürger der Meinung, die USA sollten ihren Einsatz im Iran-Krieg schnell beenden, auch wenn die von der Trump-Regierung gesetzten Ziele nicht erreicht werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bereiten sich einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge indes darauf vor, den USA zu helfen, die für die globale Ölversorgung wichtige und vom Iran weitgehend blockierte Strasse von Hormus zu öffnen.
Auch am Mittwoch wurden neue Angriffe aus der Region gemeldet. Dabei nahm der Iran auch wieder Golf-Staaten ins Visier. So trafen Drohnen Treibstofftanks am internationalen Flughafen von Kuwait und lösten einen Grossbrand aus. Die Behörden in Bahrain meldeten ebenfalls ein Feuer in einer nicht näher bezeichneten Anlage nach einem iranischen Angriff. In Fudschairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde demnach ein Mann durch herabfallende Trümmer einer abgeschossenen Drohne getötet. In der Nähe von Katars Hauptstadt Doha wurde ein Tanker von einem Geschoss getroffen und an der Wasserlinie beschädigt, wie die britische Schifffahrtsbehörde (UKMTO) mitteilte. Die Besatzung sei in Sicherheit. Nach Luftangriffen der USA und Israels waren zudem in mehreren Gebieten Teherans Explosionen zu hören, wie iranische Staatsmedien berichteten. Zudem wurden den Behörden zufolge Irans grösster Passagierhafen Shahid Haghani in Bandar Abbas bei einem Luftangriff getroffen.
Das israelische Militär teilte mit, es habe seit Beginn des Krieges mehr als 800 Angriffe auf iranische Ziele geflogen. Im Libanon wurden bei zwei israelischen Angriffen auf die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Raum Beirut nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens sieben Menschen getötet.
(Reuters)

