US-Präsident Donald Trump hat der Schweiz im Handelsstreit indirekt mit einem Importstopp für Uhren und andere Waren gedroht. Damit könnten die USA ihr Handelsdefizit mit der Schweiz auf einen Schlag beseitigen, sagte Trump in einem Interview mit dem US-Online-Nachrichtenportal Punchbowl News vom Freitag.
«Alles, was ich tun muss, ist zu sagen: Ich will eure Uhren nicht, ich will eure Waren nicht», sagte Trump. Die USA könnten sich damit nach seiner Rechnung 39 bis 41 Milliarden Dollar sparen.
Für die Schweiz hätte ein solcher Schritt nach Trumps Darstellung gravierende Folgen. Das Land würde von einem «Elite-Land» zu einem Land mit grossen Problemen. «Zum Glück für sie bin ich ein netter Mensch», fügte Trump an.
Trump bezifferte das US-Handelsdefizit mit der Schweiz erneut auf rund 39 Milliarden Dollar. Er bezeichnete ein Handelsdefizit als Verlust und argumentierte, die USA würden der Schweiz damit faktisch rund 40 Milliarden Dollar pro Jahr «auf dem Silbertablett» servieren.
Kritik am Zinsniveau
Ein Handelsdefizit bedeutet allerdings nicht, dass die USA diesen Betrag an die Schweiz überweisen oder verlieren. Es besagt lediglich, dass die USA Waren aus der Schweiz in höherem Wert importieren als sie dorthin exportieren.
Trump verband seine Aussagen mit Kritik am Zinsniveau in den USA. Die Schweiz könne sich zu besonders niedrigen Zinsen finanzieren. Ohne die USA hätte das Land dagegen «nichts als Probleme», sagte er. Die Vereinigten Staaten sollten seiner Ansicht nach wieder die niedrigsten Zinsen weltweit haben.
Die Äusserungen fallen vor dem Hintergrund der Zinspolitik der US-Notenbank und des Zollstreits zwischen den USA und der Schweiz. Trump hatte das hohe US-Handelsdefizit mit der Schweiz wiederholt als Argument für seine Zollpolitik angeführt. Vor einem Jahr waren ein rekordhoher Zoll von 39 Prozent auf Schweizer Importe in die USA in Kraft getreten. Mittlerweile liegt der Satz bei 12,5 Prozent.
(AWP)

