«Der Iran will ein Abkommen schliessen, und wir kommen sehr gut mit ihnen aus», sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten am Weissen Haus. Die Verhandlungsdelegationen könnten sich möglicherweise schon dieses Wochenende wieder treffen. Er sei sich nicht sicher, ob die Waffenruhe mit dem Iran verlängert werden müsse. Eine positive Zwischenbilanz zog Trump auch nach der am Donnerstag vereinbarten Feuerpause im Libanon, wo Israel die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz bekämpft.
Seit dem 8. April gilt eine zweiwöchige Feuerpause zwischen dem Iran und den USA. Die USA blockieren allerdings den Schiffsverkehr von und zu iranischen Häfen. Die Islamische Republik ihrerseits droht mit Angriffen auf Handelsschiffe, die die Strasse von Hormus passieren wollen. Durch die Meerenge wird ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert. Die Unterbrechung der Lieferketten für Öl und Gas hat weltweit zu steigenden Energiepreisen geführt und Trump auch innenpolitisch unter Druck gesetzt. Israels Offensive im Libanon begann am 2. März, nachdem die vom Iran unterstützte Hisbollah, um Teheran beizustehen, das Feuer auf Israel eröffnet hatte.
Trump sprach von grossen Fortschritten in den Verhandlungen mit dem Iran. Die Islamische Republik sei jetzt zu Zugeständnissen in Fragen bereit, die sie vorher noch abgelehnt habe. Der Iran habe angeboten, für über 20 Jahre auf Atomwaffen zu verzichten. Wenn es zu einer Einigung komme, werde der Ölpreis fallen und die Inflation schrumpfen, zeigte sich der Präsident zuversichtlich.
Mit Blick auf den Libanon sagte Trump, auch die Hisbollah falle unter die Feuerpause. In den kommenden ein bis zwei Wochen könnten der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der libanesische Präsident Joseph Aoun zu einem Treffen ins Weisse Haus kommen. Er habe bei der Bekanntgabe der Feuerpause mit beiden Seiten gesprochen und arbeite an einem längerfristigen Abkommen. «Ich denke, wir werden ein Abkommen haben, bei dem es zu einem Treffen kommt, dem ersten seit 44 Jahren», sagte Trump.
Netanjahu bestätigte die Feuerpause, beharrte aber auf einer Zerschlagung der Hisbollah. Er kündigte an, Israel werde eine umfassende Sicherheitszone im Südlibanon einrichten. Trump habe ihm zudem versichert, dass er entschlossen sei, die Blockade der Strasse von Hormus fortzusetzen und die nuklearen Fähigkeiten des Iran zu zerstören.
(Reuters)

