CSG kündigte am Mittwoch an, in den kommenden Wochen an der Euronext-Börse Amsterdam neue Aktien im Wert von rund 750 Millionen Euro ​sowie eine noch unbestimmte Anzahl bestehender Anteile platzieren ‌zu wollen. Insidern zufolge könnte der ‌Börsengang des Munitionsherstellers insgesamt mehr als drei Milliarden Euro einbringen. CSG hat sich bereits Zusagen von Ankerinvestoren in Höhe von 900 Millionen Euro gesichert. Dazu gehören Fonds, die von Artisan Partners und BlackRock verwaltet werden, ⁠sowie eine Tochtergesellschaft des katarischen Staatsfonds QIA.

Die Rüstungsbranche erlebt durch den russischen Angriff auf die Ukraine und die daraufhin steigenden Verteidigungsausgaben vieler Nato-Staaten einen Boom. ​Zahlreiche Konzerne der Branche steuern auf Wachstumskurs, die Anleger ‌greifen nach den Anteilsscheinen. CSG gilt als ‍schnell wachsendes Rüstungsunternehmen und zählt auch das ukrainische Militär zu seinen Kunden. Der alleinige Eigentümer ​Michal Strnad sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er erwäge, 15 Prozent der Anteile zu verkaufen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der neuen Aktien sollen für ‌allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Als börsennotiertes Unternehmen ⁠könne CSG auch leichter Übernahmen stemmen, hatte er ‌in der Vergangenheit gesagt.

Auch andere europäische Rüstungsunternehmen wie der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS, ein Zusammenschluss von ‍Krauss-Maffei Wegmann und Nexter, streben in diesem Jahr an die Börse. «Die Zeit ist reif und das Unternehmen ist bereit», unterstrich ​KNDS-Verwaltungsratschef Thomas Enders jüngst. «In der Rüstungsbranche werden alle ihre ‍IPO-Pläne beschleunigen», hatte ein Investmentbanker Reuters gesagt.

(Reuters)