Die Regierung verstärkt damit ihre Bemühungen, die Landeswährung Lira angesichts des starken wirtschaftlichen Drucks durch steigende Energiekosten zu stützen. Nach von Bloomberg auf Basis offizieller US-Daten zusammengestellten Schätzungen sank der Bestand türkischer Investoren an US-Staatsanleihen bis Ende März auf 1,8 Milliarden Dollar, von 16 Milliarden Dollar im Vormonat. Die Zahlen umfassen Wertpapiere der Zentralbank sowie anderer türkischer Akteure, darunter Unternehmen.
Die Türkei hat in den vergangenen Wochen drastische Massnahmen ergriffen, um eine Abwertung der Lira zu verhindern. Das Land, das nahezu seinen gesamten Energiebedarf importieren muss, kämpft mit den Folgen höherer Ölpreise infolge des US-Iran-Kriegs. Zusätzliche Turbulenzen erfassten die türkischen Märkte am Donnerstag, nachdem ein Gericht den Vorsitzenden der grössten Oppositionspartei abgesetzt hatte.
Staatliche Banken verkauften am Donnerstag nach Angaben von Händlern rund 6 Milliarden Dollar zur Stützung der Lira. Der Leitindex Borsa Istanbul 100 verlor zum Handelsschluss 6,1 Prozent.
«Wir sehen starken Druck an den Devisenmärkten, weil viele Investoren wegen des türkischen Handelsdefizits und der politischen Risiken besorgt sind. Diese Kombination kann schwierig sein», sagte Manuel Mondia, Portfoliomanager bei Aquila Asset Management.
(Bloomberg)

