Die türkische Zentralbank setzt ihre Zinssenkungsserie fort. Sie schraubte den geldpolitischen Schlüsselsatz am Donnerstag ‌um ‌einen vollen Punkt auf 37,00 Prozent herunter. Es war bereits die fünfte Lockerung in Folge. Von Reuters befragte Experten ​hatten mit einer kräftigeren Senkung auf ‌36,5 Prozent gerechnet, nachdem die ‌Notenbank den Leitzins im Dezember um 1,5 Punkte heruntergesetzt hatte. Trotz Anzeichen einer Verbesserung gebe es weiter Risiken mit Blick auf den Prozess rückläufiger Inflationsraten, erklärten die ⁠Währungshüter.

Angesichts der Preisanpassungen zum Jahreswechsel und der Erhöhung des Mindestlohns um 27 Prozent könnte die Inflation in den kommenden ​Monaten schwankungsanfällig sein, wie Zentralbankchef Fatih Karahan ‌jüngst vor Investoren prognostizierte. Die ‍Zentralbank hat sich bei der Inflation bis Ende des Jahres ein ​Zwischenziel von 16 Prozent gesetzt. Für 2026 prognostiziert sie eine Teuerung zwischen 13 und 19 Prozent, was viele ‌Marktteilnehmer aber für zu optimistisch halten. ⁠Im Dezember kletterten die Verbraucherpreise ‌in dem Schwellenland um 30,9 Prozent. Viele Analysten gehen davon aus, dass ‍die Währungshüter die geldpolitischen Zügel im Jahresverlauf weiter lockern und den Leitzins auf ein Niveau ​von 28 Prozent drücken könnten. 

(Reuters)