Fast 20 Jahre waren die Titel des Chip- und Halbleiterherstellers ein fester Bestandteil der Börse, nun verschwinden sie nach einer Übernahme per 18. Mai vom Börsenparkett.
Gegründet wurde U-Blox 1997 als Spin-off der ETH Zürich. Die Gründer Daniel Ammann, Jean-Pierre Wyss und Andreas Thiel, allesamt Absolventen des Polytechnikum entwickelten damals den kleinsten GPS-Empfänger in Modulform auf den Markt. Ein erstes Projekt war damals gemäss Firmenhistorie das Schweizer Mautsystem für Lastwagen, das mit Technologie des Jungunternehmens ausgestattet wurde.
Im Jahr 2002 versuchte U-Blox den Sprung vom kleinen ETH-Spin-off zum globalen Chiphersteller. Statt wie bisher GPS-Module auf Basis fremder Technologie zu entwickeln, setzte das Unternehmen erstmals auf eigene GPS-Chips.
IPO im Jahr 2007
10 Jahre nach der Firmengründung machte U-Blox 2007 den Schritt an die Schweizer Börse. Mit einem Emissionspreis von 51 Franken starten die Titel am 26. Oktober in den Handel. Damals beschäftigte das Unternehmen 69 Angestellte, davon 48 in der Schweiz. Dazu kamen Niederlassungen in den USA, Singapur und Hongkong.
In den folgenden Jahren wuchs das Unternehmen massiv. Den kurstechnischen Höhepunkt erreichten U-Blox im Sommer 2016. Zwischenzeitlich notierten die Titel bei bis zu 246 Franken. Letztmals lag der Kurs im Juni 2018 über 200 Franken. Im zweiten Halbjahr 2018 verloren U-Blox über 60 Prozent ihres Werts. Grund waren Gerüchte über eine geplante Übernahme des Konkurrenten Telit und schwache Zahlen.
Rekord und tiefer Fall
Getrieben durch die Komponentenknappheit in der Corona-Pandemie legte U-Blox 2022 ein Rekordjahr hin. Der Umsatz stieg auf knapp 624 Millionen Franken, der Gewinn erreichte fast 90 Millionen. Nach dem Boom in der Pandemie brach die Nachfrage jedoch stark ein. Gleichzeitig bauten Industriekunden in der Krise aufgebaute hohe Lagerbestände ab.
Der Umsatz fiel 2023 erstmals deutlich und halbierte sich 2024 beinahe auf noch rund 263 Millionen Franken. Besonders belastend wirkte das verlustreiche Cellular-Geschäft, für das das Unternehmen lange einen Käufer suchte. Anfang 2025 entschied sich U-Blox schliesslich, die Sparte ganz aufzugeben und sich wieder stärker auf die Positionierungs- und GNSS-Technologie zu konzentrieren.
Gleichzeitig legte das Unternehmen Sparprogramme auf und strich Stellen, um die Profitabilität zu stabilisieren. Trotz erster Erholungstendenzen blieb die operative Entwicklung zuletzt volatil, und unter dem Strich blieben Verluste.
Übernahme durch Advent
Mitte August 2025 wurde schliesslich die Übernahmeabsicht durch Zenith, einer luxemburgischen Tochter der US-Private-Equity-Gesellschaft Advent, bekannt. Advent bot 135 Franken pro Aktie, was einem Aufschlag von rund einem Drittel entsprach. Das Angebot überzeugte die Aktionäre und der Kauf wurde schliesslich Ende 2025 vollzogen.
Neben den neuen Besitzern bekam U-Blox eine neue Führungsspitze. Der bisherige CEO Stephan Zizala wechselte in den Verwaltungsrat, während die bisherige CFO Camila Japur und der Mitgründer und Head of Business Units Andreas Thiel die Funktion als Co-CEOs übernahmen.
Da U-Blox nach Abschluss der Übernahme von den Offenlegungspflichten der SIX befreit war, gibt es keine detaillierten öffentlichen Angaben mehr zur operativen Entwicklung. Daher lässt sich nur schwer beurteilen, wie es dem Unternehmen aktuell geht. Offen bleibt auch, wie es für U-Blox nach dem bevorstehenden Börsenabschied weitergeht.
(AWP)

