Ein 2,9-prozentiger Kursgewinn hievt die Titel der UBS am Freitagvormittag auf 40,57 Franken. Sie sind damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt, der gemessen am Swiss Market Index (SMI) um 0,5 Prozent anzieht. Zugleich holen die Aktien der Grossbank einen Teil der Verluste aus den vergangenen Tagen auf. Im Wochenverlauf ging es um rund 5 Prozent nach unten - in der Spitze bis auf 38,54 Franken.
Allerdings sind die Avancen am heutigen Handelstag wohl mehr als eine Gegenbewegung zu den jüngsten Verlusten. Auch Gerüchte über einen Zusammenschluss mit einer ausländischen Bank schüren offenbar Zuversicht unter den Investorinnen und Investoren.
Das amerikanische Nachrichtenportal «Semafor Business» schreibt, dass die UBS-Führungsspitze die Diskussionen darüber wieder aufgenommen habe, wie sich die Bank der strengen Aufsicht durch die Schweizer Behörden entziehen könne. Unter anderem stehe die Fusion mit einer ausländischen Bank im Raum, berichtete «Semafor Business» gestützt auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mögliche Partner seien die US-Grossbank Morgan Stanley, das britische Institut Standard Chartered und die Deutsche Bank.
Die UBS kommentierte die Sache gegenüber dem US-Nachrichtenportal nicht.
Offenkundig ist derweil, dass es diese Woche zu einer Wende in der Debatte um die Eigenmittelvorschriften an systemrelevante Banken wie die UBS gekommen ist. Der Ständerat hat sich für eine 90-Prozent-Unterlegung der Auslandstöchter mit hartem Kernkapital ausgesprochen und ist vom Vorschlag abgerückt, dass die UBS ihre Auslandstochtergesellschaften zu 50 Prozent mit hartem Kernkapital und zu 50 Prozent mit AT1-Anleihen absichern soll.
Der Beschluss der kleinen Kammer stiess bei der UBS auf Widerstand: Sollte der Entscheid des Ständerats am Ende des laufenden parlamentarischen Verfahrens bestätigt werden, würde dies zu «einer weiteren übermässigen Verschärfung der Schweizer Eigenkapitalanforderungen führen». Diese zählten bereits heute zu den strengsten weltweit, heisst es in der entsprechenden Stellungnahme der UBS. Damit ist freilich nicht gesagt, dass die Bank einen Wegzug aus der Schweiz erwägt.
Konzern-Chef Sergio Ermotti betonte kürzlich in einem NZZ-Interview, dass die UBS weiterhin in der Schweiz als global konkurrenzfähige Bank tätig sein will. «Wir sind überzeugt, dass dies sowohl für die UBS als auch für die Schweiz eine Win-win-Situation ist. Deshalb setzen wir uns auch so stark für die Sache ein», so Ermotti gegenüber der NZZ.

