Getrieben werden sie von einem Bericht über reaktivierte Fluchtpläne der Grossbank aus der Schweiz, nachdem ihr der Ständerat in Sachen Eigenmittel kaum entgegenkommen wollte.

Weniger als eine Stunde vor Beginn des US-Handels notierten die Namenaktien der UBS 4,0 Prozent höher auf 41,01 Franken. Das Tageshoch wurde kurz zuvor bei 41,12 Franken notiert. Der am SMI gemessene Gesamtmarkt notiert derweil um 14.45 Uhr um 0,52 Prozent fester.

Quelle des Gerüchts ist das hierzulande wenig bekannte US-Finanzmedium Semafor - und es ist ein sehr kurzer Artikel: «Die oberste Führungsebene der UBS hat die Gespräche darüber wieder aufgenommen, wie die Bank dem starken Einfluss der Schweizer Aufsichtsbehörden entkommen könnte - unter anderem durch einen Zusammenschluss mit einer ausländischen Bank. Dies geschah nach einem Rückschlag in dieser Woche, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.»

Der Rest des Artikels besteht aus einer Einschätzung der für Semafor tätigen Autorin. Dieser zufolge wäre für die UBS eine Fusion der naheliegendste Weg, ihren Sitz ausserhalb der Schweiz zu verlegen. Und ein Zusammenschluss mit einer ausländischen Bank würde einen «spektakulären und demonstrativen» Abgang ermöglichen.

In diesem Zusammenhang wird «möglicherweise» die US-Bank Morgan Stanley genannt, die schon seit Langem an der UBS und ihrer Vermögensverwaltung interessiert sei. Das würde den UBS-Präsidenten Colm Kelleher zudem wieder mit seinem alten Arbeitgeber vereinen. Standard Chartered und die Deutsche Bank wären «kostengünstigere» Alternativen, spekuliert die Autorin.

Schweizer Börsianer trauen der Kurserholung nicht so recht über den Weg und mahnen zur Vorsicht. Sie erinnern an frühere angebliche Wegzugspläne der UBS.

So hatte vor ziemlich genau einem Jahr die amerikanische Boulevardzeitung «New York Post» berichtet, die Bank plane «drastische Massnahmen», um die drohenden höheren Kapitalanforderungen in der Schweiz zu umgehen. Entsprechende Gespräche mit Vertretern der US-Regierung hätten sich um den Kauf einer amerikanischen Bank und die Fusion mit einer solchen gedreht.

Im November 2025 doppelte die «Financial Times» nach: Die UBS habe mit der US-Regierung auf oberster Ebene über eine Verlegung des Hauptsitzes in die USA gesprochen. Verwaltungsratspräsident Kelleher habe in der Angelegenheit US-Finanzminister Scott Bessent getroffen, hiess es seinerzeit.

(AWP)