«Auf absehbare Zeit dürfte der Dollar stabil bleiben», sagte Sergio Ermotti, Chef der UBS, am Donnerstag in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNBC. Er bezog sich einerseits auf das aktuelle Zinsniveau und ging zudem davon aus, dass die US-Notenbank Fed in den nächsten Monaten einige Zinsschritte unternehmen wird.
Andererseits vertrat Ermotti die Ansicht, dass der Dollar auch weiterhin die internationale Referenzwährung bleibe. Dass Investoren in den vergangenen zwölf Monaten vermehrt Geld in Schwellenländermärkte gesteckt haben, begründet der UBS-CEO eher mit der Verwendung überschüssiger Liquidität als mit einer Umschichtung des Kapitals weg aus den USA und aus dem US-Dollar.
Die Frage nach der Dollar-Stärke beziehungsweise Dollar-Schwäche wird gegenwärtig vor dem Hintergrund eines zusehends fragilen amerikanischen Staatshaushalts gestellt. Die Verschuldung der Vereinigten Staaten hat jüngst den Rekordwert von 40 Billionen US-Dollar respektive rund 125 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts erreicht.
Diese Werte seien das eine, «der scheinbar unaufhaltsame Trend nach oben das Schlimmere», schreibt Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank seinen Marktkommentar vom vergangenen Montag. «Der gleichzeitige Anstieg der Renditen langlaufender US-Treasuries verstärkt den Eindruck, dass die Schulden der USA und diejenigen anderer Länder eine Schwelle zum gefährlichen Problem überschritten haben», so Stucki weiter.
Regierungen haben verschiedenen Möglichkeiten, die Staatsschulden und deren Wachstum einzudämmen. Sparen ist naheliegend, aber politisch schwierig. Staaten können die Schulden aber auch durch erhöhte Teuerungsraten gewissermassen «weginflationieren» oder sie über Wirtschaftswachstum und höhere Steuereinnahmen verringern. Das funktioniert naturgemäss allerdings nur, wenn gleichzeitig bei den Ausgaben Disziplin gehalten wird.
Ermotti nahm auch zur Diskussion um die Kapitalanforderungen an die UBS Stellung. Dabei bekräftigte er, dass der Vorschlag des Bundesrates übertrieben sei, zumal die Landesregierung eine 100-prozentige Unterlegung der UBS-Auslandstochtergesellschaften mit hartem Kernkapital (CET1) anstrebt. Die UBS-Konzernleitung werde sich weiterhin darauf konzentrieren, dass die Bank von der Schweiz aus erfolgreich aktiv sein kann, so Ermotti.
Die Debatte um die Eigenmittelausstattung systemrelevanter Banken wie der UBS wird am kommenden Donnerstag (17. September) im Ständerat fortgesetzt. Dessen zuständige Kommission hat Anfang September vorgeschlagen, dass die UBS ihre Auslandstöchter zu 50 Prozent mit hartem Kernkapital und zu 50 Prozent mit AT1-Anleihen unterlegen soll.

