Die Schweizer Grossbank UBS hat Dokumenten zufolge jahrelang Konten für eine Vertraute des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein geführt. Das Geldhaus eröffnete im Jahr 2014 mehrere Konten für Ghislaine Maxwell, nur wenige Monate nachdem die US-Bank JPMorgan die Geschäftsbeziehung zu Epstein beendet hatte, wie aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Demnach verwaltete die UBS in den Jahren vor Maxwells Verurteilung bis zu 19 Millionen Dollar. Maxwell wurde 2021 wegen ihrer Rolle beim Missbrauch minderjähriger Mädchen schuldig gesprochen und verbüsst derzeit eine 20-jährige Haftstrafe.
Während JPMorgan sie bereits 2011 intern wegen ihrer Verbindungen zu Epstein als «Hochrisikokundin» eingestuft hatte, übernahm die UBS sie dennoch als Kundin. Einem E-Mail-Austausch zufolge kam der Kontakt im Dezember 2013 durch einen Partner von Soros Private Equity zustande. Auch Epstein selbst erhielt 2014 kurzzeitig eine Kreditkarte der UBS, die jedoch im September desselben Jahres wegen «Reputationsrisiken» wieder gekündigt wurde. An der Beziehung zu Maxwell hielt das Institut jedoch fest, obwohl ihre Nähe zu Epstein öffentlich bekannt war.
Die UBS lehnte eine Stellungnahme zu den Vorgängen ab. Es gibt keine Hinweise auf ein strafrechtliches Fehlverhalten der Bank oder ihrer Berater. Aus den Unterlagen geht jedoch hervor, dass die Geschäftsbeziehung bis mindestens 2019 andauerte. Noch im Juli 2019 - 16 Tage nach Epsteins Festnahme - transferierte die Bank auf Maxwells Anweisung 130'000 Dollar. Im August 2019 erhielt die UBS eine Vorladung einer Grand Jury – eines US-Anklagegremiums – und übermittelte der US-Bundespolizei FBI Informationen zu Überweisungen. Wann genau die Konten geschlossen wurden, blieb zunächst unklar.
Epstein war ein wohlhabender Finanzier, der wegen Sexhandels mit Minderjährigen angeklagt war und sich der New Yorker Gerichtsmedizin zufolge 2019 in einer Gefängniszelle das Leben nahm.
(Reuters)

