Die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) dürfte sich nach Ansicht der UBS in den kommenden Quartalen normalisieren. Die Ökonomen der Grossbank erwarten Zinsschritte um je 0,25 Prozentpunkte im März und im Juni 2027. Damit würde der SNB-Leitzins von derzeit 0,0 auf dannzumal 0,5 Prozent steigen. 

Die Prognose der UBS unterstellt, dass die Schweizer Wirtschaft weiterhin unterwegs zur vollständigen Kapazitätsauslastung ist sowie Rückenwind einer solide wachsenden Weltwirtschaft erhält.

Die höhere Kapazitätsauslastung werde dann zu Zweirundeneffekten führen und so die Teuerung antreiben. Demgegenüber dürfte der Inflationsdruck weichen, sofern sich die Lage auf den Energiemärkten entspannt und die Ölpreise nachlassen oder zumindest nicht weiter steigen. Diese Aussicht ist freilich unsicher, da die Ölpreisentwicklung auch vom weltpolitischen Geschehen abhängt, das kaum zuverlässig vorausgesagt werden kann.

Unterdessen ist das Zeitfenster für Zinserhöhungen in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres laut den UBS-Ökonomen auch aufgrund der absehbaren Zinspolitik der amerikanischen Notenbank Fed sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) offen. Diese beiden Zentralbanken stehen noch immer erhöhten Inflationsraten gegenüber. Das macht Anhebungen der jeweiligen geldpolitischen Schlüsselsätze in diesem und zu Beginn des nächsten Jahres wahrscheinlich. Somit würden höhere Zinsraten in den Vereinigten Staaten und der Eurozone zunächst die Zinsdifferenz zur Schweiz vergrössern. Dies wiederum senkt den Aufwertungsdruck des Frankens gegenüber Dollar und Euro und gibt der SNB so Spielraum für Zinsschritte nach oben.

Ab der zweiten Jahreshälfte, so die UBS-Ökonomengruppe, dürften weitere geldpolitische Züge der Fed und der EZB wohl ausbleiben, da sich die Inflation zusehends abschwäche.

Mit ihrer am Mittwoch erschienen Einschätzung prognostiziert die UBS eine früher als bislang erwartete Straffung der SNB-Geldpolitik. Gemäss Angaben des Datenanbieters Derivox sind Zinsschritte um je 0,25 Prozentpunkte für Juni und September 2027 eingepreist. Die SNB selbst wird im Dezember den nächsten Zinsentscheid fällen, nachdem sie nun seit Sommer 2025 am Nullzins festhält.

Weiter sagen die Ökonomen der Grossbank ein mittelfristiges Erstarken der Schweizer Frankens vor allem gegenüber dem Dollar voraus. Aktuell notiert der Greenback bei 0,8177 Franken. Im März soll er, so die UBS-Prognose, bei 0,79 Franken stehen, bevor er im September noch 0,77 Franken wert sein dürfte. Derweil soll der Euro im März 2027 bei 0,93 Franken stehen und dann auf 0,92 Franken im September 2027 absinken. Momentan kostet eine Einheit der europäischen Gemeinschaftswährung 0,9194 Franken.

Reto Zanettin
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