Die Grossbank rechnet nun für das erste Quartal 2024 gemessen am Vorquartal mit einer Steigerung des Nettozinseinkommens im Geschäft mit reichen Kunden rund um den Globus (Global Wealth Management) sowie im Schweizer Massen- und Firmenkundengeschäft (Personal & Corporate Banking) im niedrigen einstelligen Bereich, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Im Februar hatte die UBS noch einen praktisch stabilen Wert in Aussicht gestellt. Die Bank begründete die Erhöhung mit einer Reorganisation. Einer mit der Sache vertrauten Person zufolge hätten sich zudem die Zinseinnahmen besser entwickelt als erwartet. Das Nettozinseinkommen entspricht der Differenz zwischen den erhaltenen und gezahlten Zinsen.

Nach der Notübernahme der Credit Suisse im vergangenen Jahr befindet sich die UBS im Umbau. Als weiterer kleinerer Integrationsschritt wird das Geschäft mit reichen und superreichen Kunden der Credit Suisse in der Schweiz in das Global Wealth Management der UBS integriert. Zudem verlagert die UBS für die ganze Gruppe die Kredit-Refinanzierungskosten von der Konzernzentrale in die einzelnen Divisionen. Damit will das Institut sicherstellen, dass die Divisionen neben den Erträgen auch für die Kosten von Krediten verantwortlich sind. Diese Anpassung erfolgt rückwirkend, sodass die Nettozinseinnahmen der beiden betroffenen Divisionen für das vierte Quartal angesichts der höheren Kosten niedriger ausfallen. Damit sinkt auch der Vergleichswert für die Entwicklung im ersten Quartal 2024.

Auf das Konzernergebnis haben die Anpassungen keine Auswirkungen. Die UBS will den Quartalsabschluss am 7. Mai veröffentlichen.

«Grössenordnungen sind plausibel»

Ferner äusserte sich die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter erstmals konkret zu den Kapitalanforderungen, die über die Jahre auf die UBS zukommen. Im Gespräch mit der Zeitung «Tages-Anzeiger» (Dienstagsausgabe) bezeichnete sie Schätzungen als zutreffend, wonach die Grossbank im Rahmen der Regierungsvorschläge zur Stärkung des Bankensektors weitere 15 bis 25 Milliarden Dollar an Kapital benötigen dürfte. «Es stimmt, die Grössenordnungen sind plausibel», sagte Keller-Sutter.

Die Regierung hatte vergangene Woche ihren Bericht zur Reform der Bankenregulierung vorgelegt und darin unter anderem strengere Eigenmittelanforderungen für die grösste Bank des Landes empfohlen, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen. Keller-Sutter war daraufhin in den Medien vorgeworfen worden, die UBS mit Samthandschuhen anzufassen.

Kurz darauf veranschlagten die Analysten von Autonomous Research, dass die Bank über die Jahre zehn bis 15 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital einbehalten müsse. In Medien kursierten Schätzungen zum zusätzlichen Kapitalbedarf von bis zu 25 Milliarden Franken.

(Reuters)