Die Aktie der UBS steigt aufgrund des unerwartet starken Ergebnisses des zweiten Quartals 2026 im vorbörslichen Handel um 1,1 Prozent.
Allerdings sei das Überschreiten der Erwartungen «nicht von hoher Qualität», schreibt Vontobel-Analyst Andreas Venditti in seinem Kommentar zur UBS-Zahlenvorlage. Er begründet dies damit, dass der Aktienhandel innerhalb der Investment Bank Haupttreiber des überraschend positiven Ergebnisses gewesen sei. Derweil haben die anderen drei operativen Divisionen - Global Wealth Management, Personal & Corporate Banking, Asset Management - «nur» 2 Prozent über dem Konsens abgeschlossen.
Vorsteuergewinn um 64 Prozent gestiegen
Der Vorsteuergewinn der UBS kletterte um 64 Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar. Dank des florierenden Wertpapierhandels konnte die Investmentbank den Vorsteuergewinn auf den Rekordwert von 1,16 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Der konzernweite Nettogewinn stieg um 17 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar, obwohl die Bank statt der Steuergutschrift im Vorjahr nun eine Steuerbelastung verbuchte.
Damit übertraf das Institut die Analystenerwartungen. Einer vom Unternehmen selbst erhobenen Umfrage zufolge hatten die Experten einen Nettogewinn von 2,39 Milliarden Dollar geschätzt.
Die Grossbank UBS sieht sich zudem auf Kurs, die Integration der Credit Suisse plangemäss «im Wesentlichen» abzuschliessen. Die angepeilten Kosteneinsparungen hat sie bis Mitte 2026 zum grossen Teil bereits erreicht.
Die Bank habe nun die letzte Phase der Integration begonnen, teilte sie am Mittwoch anlässlich der Publikation der Halbjahreszahlen mit. Nachdem per Ende März 2026 alle früheren Credit Suisse-Kundenkonten überführt worden seien, würden nun per Ende Juni 2026 mehr als 90 Prozent der alten stillzulegenden Informatik-Anwendungen der CS nicht mehr genutzt, heisst es. Rund 70 Prozent davon seien bereits vollständig ausser Betrieb genommen worden.
Weitere Einsparungen
Im zweiten Quartal hat die UBS weitere Einsparungen von brutto 1,1 Milliarden Dollar erreicht. Damit lagen die gesamten bisher erzielten Einsparungen per 1. Halbjahr 2026 laut den Angaben bei brutto 12,6 Milliarden Dollar. Das entspricht mehr als 90 Prozent der insgesamt angestrebten Kosteneinsparungen.
Bis Ende 2026 hat sich die Grossbank jährliche Kosteneinsparungen von 13,5 Milliarden Dollar gegenüber dem kombinierten Kostenniveau von UBS und Credit Suisse im Jahr 2022 zum Ziel gesetzt.
Finanzziele im Blick
Entsprechend gibt sich die UBS zuversichtlich bezüglich ihrer Finanzziele: So erwarte sie, das Ziel einer Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1) von 15 Prozent zu übertreffen. Zudem sei sie gut aufgestellt, um das angestrebte Ziel eines Aufwands-Ertrags-Verhältnisses von weniger als 70 Prozent per Jahresende 2026 zu erreichen und «potenziell weiter zu verbessern».
Weiterhin rückläufig ist der Personalbestand: So ist die Zahl der von der UBS direkt angestellten Mitarbeitenden per Ende Juni 2026 mit 99'085 Vollzeitstellen unter die Marke von 100'000 gesunken. Per Ende März 2026 waren es noch 101'594 Stellen gewesen.
Neues Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar
Bereits in den nächsten drei Monaten will die Grossbank Aktien im Wert von 1 Milliarde Dollar zurückkaufen, wie die sie am Mittwoch bei der Präsentation der Zweitquartalszahlen mitteilte. Eine Rückstellung für das neue Programm sei bereits in der Kernkapitalquote (CET1) per Mitte Jahr berücksichtigt.
Warten auf «zusätzliche Klarheit»
Der Betrag und das Tempo der Aktienrückkäufe hängen laut der Mitteilung von den kurzfristigen Finanzergebnissen und -aussichten ab wie auch von der Aufrechterhaltung einer Kernkapitalquote von rund 14 Prozent. Ein Einflussfaktor sei aber auch «zusätzliche Klarheit» im Hinblick auf die parlamentarische Beratung über die Kapitalisierung der ausländischen Beteiligungen der UBS.
Zudem hat die Grossbank im zweiten Quartal Abgrenzungen für Dividendenerhöhungen im «mittleren Zehnprozentbereich» vorgenommen.
Grundlage für die geplanten Ausschüttungen sind eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 14,4 Prozent und eine Leverage Ratio (CET1) von 4,4 Prozent. Diese liegen damit klar über den eigenen Vorgaben.
(cash/AWP/Reuters)

