Die Schweizer Grossbank UBS hat einen US-Richter am Dienstag aufgefordert, sie ‌vor ⁠neuen Klagen im Zusammenhang mit dem Holocaust zu ⁠schützen. Diese könnten sich aus einer Untersuchung der Aktivitäten der übernommenen ‌Credit Suisse während des Zweiten ‌Weltkriegs ergeben. Ein Anwalt der ​UBS bat den zuständigen Richter in Brooklyn um eine Klarstellung, dass ein Vergleich aus dem Jahr 1999 über 1,25 Milliarden Dollar «alle Ansprüche - vergangene, gegenwärtige und ‌zukünftige» im Zusammenhang mit dem Holocaust abdecke.

Der Antrag erfolgte, nachdem eine 2020 von der Credit Suisse selbst in ​Auftrag gegebene Untersuchung weitere Verbindungen der Bank ​zu den Nationalsozialisten aufgedeckt ​hatte. Darunter waren 890 Konten mit möglichen Nazi-Verbindungen. Das Simon ‌Wiesenthal Center, eine jüdische Menschenrechtsorganisation, widersprach dem Antrag der UBS. Eine Anwältin des Centers warf der UBS vor, die ​Meinungsfreiheit ​zu verletzen und ⁠den Vergleich nachträglich ausweiten zu wollen. ​Die UBS hatte ⁠die Credit Suisse 2023 im Rahmen einer von ‌der Schweizer Regierung arrangierten Rettungsaktion übernommen. Aus dem Vergleich von 1999 waren mehr als 458.000 ‌Opfer des Nationalsozialismus und ihre ​Familien entschädigt worden. 

(Reuters)