Überzeugendes Zahlenwerk - LafargeHolcim-Zahlen tragen die Handschrift des Firmenchefs

LafargeHolcim übertrifft die Erwartungen der Analysten im dritten Quartal ziemlich deutlich. Firmenchef Jenisch drückt dem Baustoffkonzern immer mehr seinen persönlichen Stempel auf. Der Kurs der Aktie steigt.
25.10.2019 11:13
Von Lorenz Burkhalter
Hat gut Lachen: Jan Jenisch, seit September 2017 Konzernchef bei LafargeHolcim.
Hat gut Lachen: Jan Jenisch, seit September 2017 Konzernchef bei LafargeHolcim.
Bild: cash

Die Nachfragesituation in den Absatzmärkten von LafargeHolcim war auch schon einfacher. Dennoch gelingt es dem Zementhersteller aus Jona, die Analystenerwartungen im zurückliegenden dritten Quartal zu übertreffen.

Der wiederkehrende Nettoumsatz wächst im Jahresvergleich um 4,9 Prozent, der wiederkehrende operative Gewinn (EBITDA) sogar um 6,4 Prozent. Damit stellt der Weltmarktführer die bei 3,9 und 4,7 Prozent liegenden Erwartungen klar in den Schatten.

Wurden die Zielvorgaben für das laufende Jahr nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen von Ende Juli von Analysten noch als nur schwer erreichbar eingestuft, so werden diese von einigen mittlerweile sogar als eher konservativ eingestuft. Das Schlussquartal wird es zeigen.

Zumindest in einem Punkt ist man sich in Analystenkreisen aber einig: Die Zahlen tragen die Handschrift von Firmenchef Jan Jenisch. Jenisch stiess vor gut zwei Jahren vom Bauchemiespezialisten Sika zu LafargeHolcim.

Starke Gewinnentwicklung in der Schlüsselregion Asien/Pazifik

Nach einem frühen Vorstoss bis auf 50,16 Franken gewinnt die LafargeHolcim-Aktie zur Sutnde noch 2,2 Prozent auf 49,98 Franken. Beobachter erklären sich die einsetzenden Gewinnmitnahmen mit dem Ausbleiben von Neuigkeiten rund um weitere Bereichsverkäufe.

Der Zürcher Kantonalbank zufolge blickt LafargeHolcim denn auch auf ein sehr gutes drittes Quartal zurück. Sie spielt damit auf das enttäuschende Ergebnis des Konkurrenten Cemex vom Vorabend an. Die Zürcher Bank macht Anhaltspunkte für eine Erhöhung der Absatzpreise aus und berichtet von Effizienzsteigerungen. Die LafargeHolcim-Aktie wird bei der Zürcher Kantonalbank schon eine ganze Weile mit "Übergewichten" zum Kauf empfohlen.

Bei den drei US-Investmentbanken Morgan Stanley, Citigroup und Goldman Sachs wiederum hebt man die sehr starke Gewinnentwicklung in den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika hervor. Zudem werden die Fortschritte bei der Barmittelgenerierung begrüsst. Alle drei Investmentbanken haben Kaufempfehlungen für die Aktie ausstehend, Morgan Stanley und Citigroup gar mit einem Kursziel von 60 Franken.

Sind die Erwartungen zu pessimistisch?

Die Bank Vontobel findet hingegen sichtlich Gefallen an der Nachfragebelebung gegen Ende des dritten Quartals sowie an den Fortschritten bei der Barmittelgenerierung. Angesichts des Aufwärtspotenzials von rund 20 Prozent zum 60 Franken lautenden Kursziel rät auch die Zürcher Bank zum Kauf der Aktie.

Wie die UBS schreibt, erwies sich das Tagesgeschäft im dritten Quartal als widerstandsfähiger als gedacht. Rückblickend bezeichnet die grösste Schweizer Bank auch die Angst vor negativen Währungsfluktuationen als übertrieben. Von den Markterwartungen für das Gesamtjahr lasse sich für das Schlussquartal auf ein Nullwachstum beim wiederkehrenden operativen Gewinn (EBITDA) schliessen. Das könnte sich nun möglicherweise als zu pessimistisch erweisen, so die UBS weiter. Sie stuft die LafargeHolcim-Aktie wie bis anhin nur mit "Neutral" und einem 12-Monats-Kursziel von 48 Franken ein.

Barclays gibt sich diesbezüglich etwas zurückhaltender. Die britische Grossbank rechnet nicht damit, dass sich die Markterwartungen auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes grossartig nach oben bewegen. Sie begründet dies zum einen mit dem Ausbleiben einer Erhöhung der LafargeHolcim-eigenen Zielvorgaben, zum anderen aber auch mit den etwas vorsichtigeren Aussagen des Unternehmens zum Marktumfeld. Das Anlageurteil lautet weiterhin "Equal Weight", das Kursziel 52 Franken.

Keine Vorschusslorbeeren für Jenisch

Als am 22. Mai 2017 bekannt wurde, dass LafargeHolcim den früheren Sika-Chef Jan Jenisch verpflichten konnte, reagierte die Börse zwar geradezu euphorisch. So ging die Aktie seines zukünftigen Arbeitgebers alleine an diesem Tag um gut 6 Prozent höher aus dem Handel.

Rückblickend kann trotz des überzeugenden Leistungsausweises bei Sika aber kaum von Vorschusslorbeeren gesprochen werden. Kostete die Aktie damals knapp 58 Franken, waren es zuletzt keine 50 Franken mehr.

Gerade in Analystenkreisen rechnet man sich nun aber gute Chancen aus, dass die Aktienkursentwicklung im Zuge der positiven Ergebnisüberraschungen der letzten Quartale wieder an Fahrt gewinnt. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Möglichkeit weitreichender Veränderungen im Beteiligungsportfolio von LafargeHolcim hingewiesen, selbst wenn es dazu anlässlich der Veröffentlichung der Drittquartalszahlen keine Neuigkeiten gibt.

 

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