In mehreren ‌Bezirken seien ⁠Menschen verletzt worden und Schäden entstanden, teilte der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, am Mittwoch mit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die ukrainischen Streitkräfte hätten das ⁠Ölterminal in St. Petersburg angegriffen. Am Stadtrand waren dichte graue Rauchwolken zu sehen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat zu dem auch als «russisches Davos» bezeichneten Treffen zahlreiche internationale Gäste in seine Heimatstadt ‌eingeladen. Es sollen ausländische Investoren angelockt werden, die die durch den Krieg gebeutelte russische Wirtschaft wieder in Schwung ‌bringen sollen.

Auch Besucher aus den USA werden seit Jahren erstmals wieder an ​dem Forum teilnehmen, das der Westen seit Beginn des gross angelegten russischen Angriffskrieges gemieden hat. Die Ukraine bringt mit ihrem Angriff Putin nun in Verlegenheit und zeigt, wie verwundbar Russlands Grossstädte sind.

Bei dem ukrainischen Angriff wurde Selenskyj zufolge auch eine Rüstungsfabrik in der zentralrussischen Oblast Tambow beschossen. In der dortigen Stadt Mitschurinsk seien unter anderem Nebengebäude eines Industriebetriebes, ein Wohnhaus und eine Bibliothek beschädigt worden, teilte der Gouverneur von Tambow, Jewgeni Perwyschow, mit. Verletzte gebe es nicht.

Russland hatte die ‌Ukraine am Dienstag massiv angegriffen. Ziele waren vor allem die Hauptstadt Kiew und weitere Grossstädte. Mindestens 22 Menschen wurden dabei nach ukrainischen Angaben getötet, mehr als hundert verletzt. Allein in Dnipro im Südosten der Ukraine seien 16 Menschen getötet worden, hiess es am Dienstagabend.

Nur wenige Stunden nach diesem ​erneuten massiven russischen Angriff auf die Ukraine sollte in St. Petersburg Russlands wichtigstes Investitionsforum eröffnet werden - es ist das fünfte ​seit Beginn der russischen Grossinvasion der Ukraine am 24. Februar 2022. In diesem Jahr sollen ​aus den USA unter anderem Rodney Mims Cook Jr., der Vorsitzende der US-Kommission für Bildende Künste, der die Erweiterung des Ballsaals im Weissen Haus durch Präsident Donald Trump beaufsichtigt, und die rechtsgerichtete Influencerin ‌Candace Owens teilnehmen. Das Präsidialamt in Moskau hatte erklärt, dies sei die erste russische Investitionskonferenz dieser Art mit US-Beteiligung seit 2017-2018.

Auf dem Forum, dessen Thema «Pragmatischer Dialog: Der Weg in eine stabile Zukunft» lautet, werden die Teilnehmer im streng bewachten Konferenzzentrum ausserhalb von Putins Heimatstadt mit russischen Milliardären und einigen ehemaligen Geheimdienstoffizieren zusammentreffen und diskutieren. Die Themen reichen ​von OPEC+ ​bis hin zum Einsatz von KI in Informationskriegen.

Seine Teilnahme hatte auch der deutsche Einzelhandelsmilliardär ⁠Thomas Bruch, Eigentümer von Hyperglobus, zugesagt. Es soll um deutsche Investitionen gehen. Deutschland war einst Russlands ​grösster Handelspartner. «Thomas Bruch nimmt in seiner Funktion ⁠als Aktionär russischer Hypermarktketten am Wirtschaftsforum in St. Petersburg teil», hatte Globus Holding mitgeteilt. «Sein Besuch dient der Pflege von Geschäftskontakten und dem Austausch mit Vertretern der Wirtschaft ‌und verschiedener Institutionen.» Die Globus Holding erklärte, dass sie sich ausschliesslich auf ihr Geschäft in Deutschland und Tschechien konzentriere und ihre gesamte Beteiligung an den russischen Lebensmittelmärkten veräussert habe.

Zu den prominentesten Gästen in diesem Jahr zählen auch Vertreter Saudi-Arabiens. Unter ihnen ist Energieminister Prinz Abdulasis bin ‌Salman, der mit dem russischen Vize-Regierungschef für Energiefragen, Alexander Nowak, und Opec-Generalsekretär Haitham Al Ghais über die Auswirkungen des ​Krieges im Nahen Osten auf die Energieversorgung und die Zukunft der Opec+ sprechen wird.

Laut offiziellem Programm wird die rechte US-Influencerin Owens in einer Sitzung zum Thema «Vereinbarkeit von Elternschaft in einer grossen Familie und einer erfolgreichen Karriere» sprechen. «Ich wollte schon sehr, sehr lange nach St. Petersburg reisen, einfach als Christin im Allgemeinen, um einige dieser Kathedralen und Kirchen zu sehen», ‌sagte Owens vor ihrer Reise.

(Reuters)