Trotz des aufgeflammten Iran-Kriegs legt die deutsche Wirtschaft einer Umfrage zufolge im Juli zu. Der Einkaufsmanagerindex für ‌die ⁠Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg überraschend auf 51,2 Punkte von ⁠49,5 Zählern im Juni, wie der Finanzdienstleister S&P Global am Freitag zu seiner ‌monatlichen Unternehmensbefragung mitteilte. Das Barometer kletterte somit wieder ‌über die Marke von 50, ​ab der es Wachstum signalisiert. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen leichten Anstieg auf 49,8 Punkte erwartet.

«Die deutsche Wirtschaft ist positiv ins dritte Quartal gestartet», erklärte Phil Smith, Ökonom ‌bei S&P Global Market Intelligence. Angesichts der jüngsten eskalierenden Feindseligkeiten im Nahen Osten, «die die weltweiten Energiepreise wieder steigen liessen, erscheint der Weg zu ​einer nachhaltigen Erholung jedoch nach wie vor sehr ​unsicher».

Das Barometer für die Industrie kletterte ​stärker als erwartet um 1,9 auf 52,2 Punkte. «Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete im Juli eine ‌aussergewöhnlich starke Produktionssteigerung und vermeldete das höchste Plus seit knapp viereinhalb Jahren», betonte Smith.

Im Servicesektor zeige die Geschäftstätigkeit zumindest Anzeichen einer Stabilisierung - «unterstützt ​durch ​die erstmals seit fünf Monaten wieder ⁠anziehende Nachfrage und das verbesserte Geschäftsklima in ​der Gesamtwirtschaft». Der Indikator ⁠für die Dienstleister stieg um einen Zähler auf 49,6 Punkte und ‌damit auf ein Vier-Monatshoch, blieb aber knapp unter der Wachstumsschwelle von 50. «Allerdings waren die Dienstleister im Juli mit ‌einem verstärkten Kostendruck konfrontiert, was wahrscheinlich teilweise auf ​das Auslaufen des befristeten Tankrabatts zurückzuführen war», erläuterte Smith. «Angesichts der wieder steigenden Ölpreise scheint uns eine Phase erneuten Inflationsdrucks bevorzustehen.»

(Reuters)