Rund zwei Drittel der von Reuters befragten 96 Ökonomen stellen sich darauf ein, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen noch im zweiten Quartal auf eine neue Spanne von 3,25 bis 3,50 Prozent senken wird – wahrscheinlich direkt nach dem Ende der Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell im Mai.
US-Präsident Donald Trump, der Kevin Warsh als Nachfolger Powells nominiert hat, kritisierte den Notenbankchef wiederholt dafür, die Zinsen nicht schneller zu senken. Warsh könne wahrscheinlich noch in diesem Jahr ein oder zwei Zinssenkungen durchsetzen, meint Jeremy Schwartz, US-Ökonom beim Finanzdienstleister Nomura.
Fast 40 Prozent der Ökonomen erwarten allerdings in diesem Jahr nur eine oder gar keine Zinssenkung der Federal Reserve, die stabile Preise sichern und Vollbeschäftigung fördern soll. Die Inflation lag bereits vor dem Ende Februar ausgebrochenen Nahostkrieg deutlich über dem Fed-Ziel von 2,0 Prozent und droht nun wegen gestiegener Spritpreise weiter anzuziehen. Zudem schwächelte der Arbeitsmarkt zuletzt.
Vor diesem Hintergrund wird allgemein erwartet, dass die Fed den Leitzins auf der nächsten Sitzung am 18. März nicht antasten wird. Sie hatte ihn zuletzt nach drei Schritten nach unten in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen.
Nach Einschätzung von VP Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel sitzt die Fed zwischen den Stühlen: «Zuletzt zeigte der US-Arbeitsmarkt Schwächen, gleichzeitig steigt die Inflationsrate. Die US-Währungshüter werden in diesem Spannungsfeld zunächst weiter an ihrem eingeschlagenen Kurs festhalten und zuwarten.»
(Reuters)

