Neun von zehn Industrieunternehmen in Deutschland sehen ihre Geschäfte durch den Iran-Krieg beeinträchtigt. Nur neun Prozent fühlen ‌sich derzeit ⁠nicht betroffen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Münchner ⁠Ifo-Instituts ergab. «Der Konflikt trifft die Industrie unmittelbar, sorgt aber vor allem für grosse Unsicherheit», ‌sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. «Viele ‌Firmen stellen sich auf zusätzliche ​Belastungen in den kommenden Monaten ein.»

Zur Begründung nennen mit 78 Prozent die meisten Industrieunternehmen gestiegene Energiepreise. 36 Prozent betonen jeweils Einschränkungen bei Schifffahrtswegen und Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen. Eine Beeinträchtigung des Luftfrachtverkehrs ‌befürchten 16 Prozent der Betriebe. Rund ein Viertel geht von einer abnehmenden Nachfrage auf wichtigen Exportmärkten aus.

Darüber hinaus weisen viele Unternehmen auf ​finanzielle Risiken hin, etwa durch unsichere Fracht- und ​Logistikkosten, steigende Versicherungsprämien oder erhöhte Zahlungsrisiken. «Die Ergebnisse ​verdeutlichen, dass sich die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs bereits jetzt abzeichnen und ‌sich über verschiedene Kanäle noch verstärken könnten», sagte Wohlrabe. «Je länger die Unsicherheit anhält, desto grösser werden die wirtschaftlichen Probleme für die Unternehmen.»

Der ​seit ​mehr als vier Wochen anhaltende ⁠Iran-Krieg hat bereits auf die Stimmung in ​den Chefetagen der ⁠deutschen Wirtschaft durchgeschlagen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März zum Vormonat um ‌2,0 auf 86,4 Punkte. Dies ist der tiefste Stand seit Februar 2025. Die Firmen blickten ähnlich skeptisch wie ‌zuletzt auf ihre aktuelle Lage, bewerteten ihre Aussichten aber ​spürbar schlechter. «Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. 

(Reuters)