Dieser sei allerdings mit dem Vorjahresniveau von 337 Milliarden Franken nicht zu vergleichen, erklärten die Verantwortlichen Branchenverbands Swiss Structured Products Association (SSPA) am Freitag vor den Medien in Zürich. Denn die Erhebung der Statistik sei geändert und die Definition eines strukturierten Produkts enger gefasst worden. Neu zähle als "Struki" nur noch ein verbrieftes Produkt.
Im vergangenen Jahr gab es zwei tektonische Verschiebungen: Einerseits den Kriegsausbruch in der Ukraine, andererseits den Zinsanstieg. Dabei sei das erste Quartal das beste gewesen mit einem Umsatz von 58 Milliarden Franken, sagte SSPA-Präsident Markus Pfister. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine habe riesige Volumen bei den strukturierten Produkten ausgelöst.
Danach ging das Volumen im zweiten Quartal auf 57 Milliarden zurück. Im dritten Quartal wurden noch Strukis für 54 Milliarden Franken gehandelt, im Schlussquartal dann nur noch für 51 Milliarden Franken. Dabei war der Dezember zusammen mit dem Juli der schwächste Monat (je 16 Milliarden). Der beste Monat war der März mit 22 Milliarden Umsatz.
Renditeoptimierungsprodukte immer beliebter
Waren im ersten Quartal noch Hebelprodukte am gefragtesten, wurden sie danach von den Renditeoptimierungsprodukten überflügelt. Im Gesamtjahr wurde 38 Prozent des Umsatzes mit Renditeoptimierungsprodukten gemacht, während auf Hebelprodukte noch 27 Prozent Anteil entfielen. Kapitalschutzprodukte machten ein Fünftel des Umsatzes aus, während Partizipationsprodukte einen Anteil von 11 Prozent hatten.
Die Verschiebungen seien auf den Zinsanstieg zurückzuführen. "Wir gehen davon aus, dass das weiter anhalten wird", erklärte die Verbandsspitze. Ebenfalls zu einer Verschiebung kam es bei den Anlageklassen. Anfangs Jahr wurden noch 60 Prozent der Produkte auf Aktien gehandelt, im Schlussquartal nur noch 46 Prozent. Im Gegenzug nahmen die Geschäfte mit Devisenprodukten ständig zu, und auch Produkte auf Anleihen gewannen an Gewicht.
Sehr guter Start ins 2023
Der Sekundärmarkt blieb mit 44 Prozent kleiner als der Primärmarkt, der im Verlauf der vergangenen drei Jahre immer grösser geworden ist. Die meisten neuen strukturierten Produkte werden dabei nicht kotiert, an der hiesigen Börse ist es nur knapp ein Drittel. Der Grund seien vor allem die Kosten, hiess es.
Der Start ins neue Jahr fiel derweil "sehr gut" aus. Die Nachfrage sei überraschend stark gestiegen, sagte SSPA-Vorstandsmitglied Willi Bucher. Die Leute hätten wieder mehr Vertrauen in die Märkte.
(AWP)