Die Vermögenswerte im Wert von rund 82 Millionen Dollar ⁠waren im März unter dem inzwischen abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orban wegen des Verdachts auf Geldwäsche beschlagnahmt worden.

Selenskyj lobt das ‌Vorgehen als konstruktiven und zivilisierten Schritt. Aussenminister Andrij Sybiha erklärt ‌auf der Plattform X, die Rückgabe ziehe einen ​klaren Schlussstrich unter die Gesetzlosigkeit der Orban-Regierung. Sie zeige den pragmatischen Kurs der neuen Führung unter Peter Magyar, der am Samstag sein Amt antreten soll.

Anfang März hatten ungarische Sicherheitskräfte einen routinemässigen Geldtransport zwischen Österreich und der Ukraine auf ihrem Gebiet gestoppt. 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie 9 Kilogramm Gold wurden beschlagnahmt. Das Geld war für die ukrainische Oschadbank bestimmt.

Die ungarischen Behörden sprachen in diesem Fall von «Geldwäsche», legten aber zu keinem Zeitpunkt Belege vor, die diesen Verdacht erhärtet hätten. Sieben ukrainische Begleiter des Transports wurden festgehalten, später aber in die Ukraine entlassen. Auch die beiden Transportfahrzeuge wurden der Ukraine übergeben.

Hintergrund waren die angespannten Beziehungen zwischen Kiew und Budapest unter dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Ungarn forderte von der Ukraine, russisches Öl wieder durchzuleiten, und blockierte einen Kredit der EU über 90 Milliarden Euro an Kiew. Politiker in Orbans Umgebung stellten die Beschlagnahme mehr oder weniger offen in Zusammenhang mit der zeitweise beschädigten Druschba-Ölpipeline.

(Reuters/AWP)