Der in der Energiekrise 2022 verstaatlichte ‌Versorger Uniper erwartet ⁠nach Einbussen im vergangenen Geschäftsjahr für 2026 eine stabilere Entwicklung und kehrt zu einer Dividendenzahlung zurück. Der bereinigte Gewinn ⁠vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei 2025 auf 1,097 von 2,612 Milliarden Euro geschrumpft, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Ursache hierfür seien ‌unter anderem niedrigere Preise, Kraftwerksstillegungen und ein Rückgang der Ergebnisbeiträge aus Absicherungsgeschäften gewesen. Für ‌2026 erwartet Uniper ein Ergebnis zwischen 1,0 und 1,3 ​Milliarden Euro. Für 2025 will der Konzern eine Dividende von 72 Cent je Aktie zahlen. Davon profitiert insbesondere der Bund als Hauptanteilseigner. Die gesamte Dividendensumme belaufe sich auf rund 300 Millionen Euro.

«Die Möglichkeit, wieder Dividenden zahlen zu können, ist ein Zeichen der finanziellen Stabilität und ein wesentlicher Baustein für die Kapitalmarktfähigkeit von Uniper», sagte Vorstandschef Michael Lewis. Zuletzt ‌hatte der Konzern für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von sieben Cent je Anteilschein gezahlt.

Bund ist bei Reprivatisierung am Zug

Der Bund hatte den grössten deutschen Gaskonzern 2022 vor einer drohenden Pleite bewahrt, die durch den Stopp russischer Gaslieferungen ausgelöst ​worden war. Unipers finanzielle Lage habe sich seitdem deutlich verbessert, betonte Lewis mit Blick auf ​die Krise im Nahen Osten und die steigenden Gas- und Ölpreise. ​Uniper beziehe derzeit auch kein verflüssigtes Gas (LNG) aus der Region. Der Konzern rechne weder mit einer lang andauernden Krise noch mit ‌Preisexplosionen wie in der Krise 2022, sagte Finanzchef Christian Barr.

Zur Frage der Reprivatisierung hielten sich die Manager zurück. Über die Art und Weise sowie den Zeitpunkt entscheide der Bund als Haupteigentümer. Möglich sei ein Verkauf oder ein Börsengang, hatte ​Lewis erklärt. «Wir ​sind bereit», sagte er nun. Der Bund hält 99,12 ⁠Prozent der Anteile. Die EU-Kommission hatte die Hilfsaktion unter anderem mit der ​Auflage genehmigt, dass der Bund ⁠seine Beteiligung an Uniper bis Ende 2028 auf 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren müsse.

Lewis bekräftigte, dass der ‌Versorger seine Geschäfte mit Milliardensummen ausbauen wolle. Der Konzern plane Investitionen von rund fünf Milliarden Euro bis 2030 für die Versorgungssicherheit, Wachstum und Transformation. Für die Umsetzung der 2023 angekündigten Konzernstrategie seien Investitionsentscheidungen über ‌rund 900 Millionen Euro bereits getroffen. Allein in Deutschland beabsichtige Uniper Investitionen von über ​2,5 Milliarden Euro bis 2030. Der wesentliche Teil davon solle in den Neubau von rund zwei Gigawatt hocheffizienter und wasserstofffähiger Gaskraftwerke an den Standorten Gelsenkirchen und Staudinger bei Hanau im Rahmen der geplanten Ausschreibungen der deutschen Kraftwerksstrategie fliessen. 

(Reuters)