«Ich glaube, die Antwort sollte sehr stark, sehr kraftvoll sein, und das ist sie», sagte Trump dem Sender ABC News. Die Eskalation gefährdet eine fragile Waffenruhe und wirft Zweifel an möglichen Friedensverhandlungen auf.
Iranische Staatsmedien berichteten, die Insel Qeschm in der Strasse von Hormus sei angegriffen worden. Ein Projektil habe die Hafenstadt Sirik an der Meerenge getroffen. In der Nähe von Bandar Abbas seien Explosionsgeräusche zu hören gewesen, später auch in der Gegend von Jask nahe dem Eingang zur Meerenge, meldeten iranische Medien unter Berufung auf örtliche Quellen und Anwohner. Das US-Militär hatte die Angriffe als Akt der Selbstverteidigung bezeichnet. «Der Einsatz ist eine angemessene Reaktion auf die ungerechtfertigte Aggression des Iran», hiess es vom US-Zentralkommando Centcom.
Nach den ersten Angriffen erklärte der iranische Aussenminister Abbas Araqchi auf X, das Land werde «keinen Angriff oder keine Bedrohung unbeantwortet lassen». In einem früheren Beitrag ging er nicht direkt auf den Hubschrauber-Vorfall ein, warnte jedoch, ausländische Streitkräfte in der Region liefen Gefahr, in Unfälle oder Kreuzfeuer verwickelt zu werden. «Um das Risiko zu verringern, ist die beste Lösung, dass sie gehen», schrieb er. Der Apache-Hubschrauber war in der Nacht zum Dienstag von einer iranischen Angriffsdrohne abgeschossen worden, wie ein US-Vertreter erklärte. Die zwei Besatzungsmitglieder wurden nach Angaben von Centcom erstmals mithilfe einer Seedrohne gerettet und befinden sich in stabilem Zustand.
Trump spielte den Vorfall gegenüber dem «Wall Street Journal» herunter und bezeichnete ihn als «keine grosse Sache». Er betonte, dem Piloten gehe es gut. Dennoch könnte die Episode die Bemühungen um ein Friedensabkommen zur Beendigung des grösseren Nahostkonflikts und zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus weiter belasten. Seit Anfang April gilt eine fragile Waffenruhe zwischen Washington und Teheran. Die Meerenge ist eine lebenswichtige Route für Erdöl und andere Rohstoffe. Der Iran blockiert weiterhin den Grossteil der Schifffahrt durch die Strasse, über die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssiggases transportiert wurde.
Parallel dazu eskalierte der Konflikt im Libanon. Israel griff am Dienstag die historische Hafenstadt Tyros im Südlibanon an und tötete dabei mindestens acht Menschen. Der Angriff erfolgte örtlichen Angaben zufolge noch vor dem israelischen Evakuierungsaufruf. Erst neun Minuten nach dem Beschuss ordnete das israelische Militär über die Plattform X erstmals die Evakuierung der gesamten Stadt an, einschliesslich des christlichen Viertels. Zur Begründung hiess es, Kämpfer der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz seien dort aktiv. Israels Weigerung, seine Kampagne gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah zu beenden, behindert Trumps Bemühungen um eine dauerhafte Friedenslösung.
(Reuters)

