Am US-Arbeitsmarkt sind im März trotz neuer Unsicherheit durch den Iran-Krieg fast dreimal so viele neue Jobs entstanden wie erwartet. ‌Unter ⁠dem Strich entstanden 178'000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft, wie aus dem am Freitag ⁠vorgelegten Bericht der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Anstieg ‌um 60'000 erwartet. Allerdings: Im Februar waren 133'000 Arbeitsplätze ‌weggefallen, wozu eine Kältewelle und Streikaktionen ​beitrugen. Eine erste Schätzung hatte nur einen Rückgang um 92.000 ergeben. Die Arbeitslosenquote ging von Februar auf März überraschend von 4,4 auf 4,3 Prozent zurück.

Ökonomen zufolge dürfte der seit fünf Wochen währende Krieg der USA und von ‌Israel gegen den Iran viele Unternehmen verunsichern, was auch auf den Arbeitsmarkt ausstrahlen dürfte. «Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass die Unsicherheit die Unternehmen ​bei der Einstellung von Mitarbeitern bremst», sagte Volkswirtin Sophia Kearney-Lederman ​vom Finanzhaus FHN Financial. «Damals lag die grosse ​Unsicherheit bei den Zöllen. Dieses Jahr geht es darum, was der Konflikt im Nahen ‌Osten und die steigenden Ölpreise bedeuten werden.» Die weltweiten Ölpreise sind infolge des Krieges um mehr als 50 Prozent gestiegen, was auch die Benzinpreise in den ​USA ​in die Höhe treibt.

Die US-Notenbank Federal ⁠Reserve, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, ​hat den Leitzins zuletzt in ⁠einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten. Angesichts der ‌Folgen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als sehr unwahrscheinlich. US-Notenbankchef Jerome Powell signalisierte ‌trotz des Nahostkonflikts jüngst eine abwartende Haltung in der ​Geldpolitik. Diese sei an einem guten Punkt, um abzuwarten und zu beobachten, wie sich die aktuelle Lage entwickle.