Am US-Arbeitsmarkt sind im April trotz der Unsicherheit durch den Iran-Krieg fast doppelt so viele ‌neue ⁠Jobs entstanden wie erwartet. Unter dem Strich wurden 115.000 Stellen ⁠ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen, wie aus dem am Freitag vorgelegten Bericht der Regierung ‌hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte ‌Ökonomen hatten nur einen Anstieg ​um 62.000 erwartet. Allerdings: Im März waren sogar 185.000 Arbeitsplätze hinzugekommen. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 Prozent.

Ökonomen zufolge dürfte der seit 28. Februar währende Krieg der USA und ‌von Israel gegen den Iran viele Unternehmen verunsichern, was bislang aber noch nicht gross auf den Arbeitsmarkt ausgestrahlt hat. Sie ​sehen ihn derzeit in einer Phase, die als «Slow ​Hire, Slow Fire» bezeichnet wird. «Der Status ​quo bleibt bestehen», sagte der Chefökonom des Finanzhauses RSM, Joe Brusuelas. «Noch ‌hat der Krieg die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht beeinträchtigt, die in der Regel Monate vor der tatsächlichen Einstellung festgelegt wird.»

Die ​US-Notenbank ​Federal Reserve, die Vollbeschäftigung fördern ⁠und Preisstabilität sichern soll, hat ​den Leitzins zuletzt in ⁠einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten. Angesichts ‌der Folgen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung ‌als sehr unwahrscheinlich. Notenbankchef Jerome Powell signalisierte trotz ​des Nahostkonflikts jüngst eine abwartende Haltung in der Geldpolitik.

(Reuters)