Damit treibt die Behörde das Ziel der ‌Regierung ⁠von Präsident Donald Trump voran, den Aktienmarkt für Firmen attraktiver zu machen. Die ⁠am Dienstag vorgestellten Pläne sehen vor, dass deutlich mehr Unternehmen schneller und kostengünstiger Aktien ausgeben können. Zudem sollen sie ‌in vielen Fällen von gelockerten Offenlegungspflichten profitieren.

Die Änderungen würden ‌Anreize für Unternehmen schaffen, «an die Börse zu gehen ​und dort zu bleiben», erklärte SEC-Chef Paul Atkins. Der Anlegerschutz werde dadurch nicht beeinträchtigt. Während Branchenverbände die Pläne begrüssten, warnten Verbraucherschützer vor einer höheren Gefahr von unternehmerischem Fehlverhalten.

Konkret ist unter anderem vorgesehen, den Schwellenwert für sehr strenge Prüfungs- und Meldepflichten deutlich anzuheben. Bislang gelten ‌diese Vorgaben für Firmen, deren frei handelbare Aktien einen Wert von 700 Millionen Dollar überschreiten. Künftig soll diese Grenze bei zwei Milliarden Dollar liegen. Zudem sollen alle Unternehmen in ​den ersten fünf Jahren nach ihrem Börsendebüt von den strengeren Regeln ​ausgenommen werden. Einem Insider zufolge würde nach den ​neuen Kriterien nur noch etwa jedes fünfte derzeit börsennotierte Unternehmen unter die strengeren Auflagen fallen. Diese Firmen machten ‌aber weiter 90 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung aus, hiess es aus SEC-Kreisen.

Die SEC schlug zudem vor, die Hürden für sogenannte Vorratsplatzierungen zu senken. Dabei können Unternehmen Wertpapiere vorab bei der ​Aufsicht ​registrieren, um sie später bei günstigen Marktbedingungen ⁠schnell zu verkaufen. Bisher müssen Firmen dafür mindestens ein ​Jahr berichtspflichtig sein und über ⁠frei handelbare Aktien im Wert von mindestens 75 Millionen Dollar verfügen. Diese Voraussetzungen sollen ‌nun entfallen.

Die vorgeschlagenen Änderungen sollen nicht für ausländische Emittenten gelten, die weniger Transparenz für Anleger böten und von anderen möglichen Regeländerungen betroffen seien, hiess ‌es. Auch für Penny-Stock-Firmen und Mantelgesellschaften seien sie nicht geplant. Die Vorschläge ​können nun 60 Tage lang kommentiert werden. Es sind noch Änderungen möglich, bevor die SEC sie verabschiedet.

(Reuters)