US-Bank negativ für die Schweizer Börse

In einer Vergleichsstudie einer US-Bank schneidet der Schweizer Aktienmarkt schlecht ab. Komisch aber, dass die Studienverfasser im gleichen Atemzug an hiesigen Indexschwergewichten Gefallen finden.
07.11.2013 08:18
Von Lorenz Burkhalter
Geht es nach der Citigroup, dann wird das Handelsgeschehen am Schweizer Aktienmarkt derzeit von dunkeln Wolken überschattet.

Monat für Monat stellt die Citigroup die weltweit führenden Börsenplätze einander gegenüber. In der Vergleichsstudie für den laufenden Monat schneidet der Schweizer Aktienmarkt überraschend schlecht ab.

Von 22 miteinander verglichenen Börsenplätzen schafft er es gerade mal auf Rang 15 und damit ins hinterste Drittel. Dieser Rang reicht allerdings nicht aus, um von den Strategen der Citigroup explizit für Baissespekulationen freigegeben zu werden.

Noch im Vormonat bewegte sich der Schweizer Aktienmarkt im vorderen Mittelfeld. Der Grund für das mittlerweile schlechtere Abschneiden ist zum einen bei den aufgrund negativer Währungsentwicklungen rückläufigen Gewinnschätzungen und zum anderen bei der vergleichsweise stolzen Bewertung.

Inkonsequente Haltung der Citigroup

Die Strategen der Citigroup führen die stolze Bewertung des Schweizer Aktienmarktes vor allem auf die hohe Gewichtung von Unternehmen aus der Pharma- sowie der Nahrungsmittelindustrie zurück. Der Pharmasektor wurde beim amerikanischen Bankinstitut erst vor wenigen Tagen von «Übergewichten» auf «Neutral» und der Nahrungsmittelsektor sogar von «Neutral» auf «Untergewichten» zurückgestuft.

Die Citigroup setzt mit einem Anlagehorizont von 12 bis 18 Monaten auf Finanzwerte sowie auf Aktien von konjunkturabhängigen Unternehmen aus den Bereichen Industrie und Grundstoffe. Bei jenen aus der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie wird hingegen mit einer in Zukunft unterdurchschnittlichen Kursentwicklung gerechnet.

Komisch nur, dass die Strategen im gleichen Atemzug sichtlich Gefallen an den beiden hiesigen Indexschwergewichten Roche und Novartis finden. Die Aktie von Novartis wird sogar zu den Schlüsselkaufempfehlungen des amerikanischen Bankinstituts in Europa gezählt.

Roche und Novartis sind hierzulande für knapp 40 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung verantwortlich, was sich für den Schweizer Aktienmarkt im Ländervergleich eigentlich positiv ausbezahlt machen müsste.