Dienstagnacht dämpften Vertreter der US-Investmentbank J.P. Morgan Chase an einer Investorenkonferenz die Erwartungen an das laufende zweite Quartal. Die Erträge im Kapitalmarktgeschäft würden bestenfalls auf Vorjahreshöhe ausfallen, so liessen sie durchblicken.
Prompt gerieten an der Börse in New York auch die Kurse anderer Bankaktien noch einmal kräftig ins Rutschen. Der US-Bankenindex ging um 4,1 Prozent tiefer aus dem Handel, die Aktie von J.P. Morgan Chase büsste gar 4,3 Prozent ein.
Diese Vorgaben werfen einen Schatten auf die Aktien von UBS und Credit Suisse. Denn auch sie verdienen einen beachtlichen Teil ihres Gewinns im Kapitalmarktgeschäft.
Als ob die Unsicherheiten rund um den politischen Kurs Italiens und die möglichen Folgen für die beiden Schweizer Grossbanken nicht schon erdrückend genug wären, gesellen sich nun auch noch Ergebnisängste dazu.
Vorsicht vor voreiligen Rückschlüssen
Folglich hat die Aktie der UBS an der Schweizer Börse einen schweren Stand. Zur Stunde verliert sie 1 Prozent auf 15,09 Franken. Die Aktie der Credit Suisse taucht gar um 1,7 Prozent auf 15,22 Franken.
Beobachter warnen allerdings davor, voreilige Rückschlüsse vom Tagesgeschäft bei J.P. Morgan Chase auf das der beiden Schweizer Grossbanken zu ziehen.

Aktie der UBS (rot) im Einjahresvergleich mit jener der Credit Suisse (grün) (Quelle: www.cash.ch)
Da sowohl die UBS als auch die Credit Suisse einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem Aktien- sowie aus dem Devisenhandel erzielen würden, müsse man aufpassen, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, so lautet der Tenor.
Ein Déjà-Vu-Moment?
Zumindest im Fall der Credit Suisse machte es sich schon im Vorfeld der Erstquartalszahlen nicht bezahlt, von Aussagen anderer Investmentbanken auf das Tagesgeschäft zu folgern.
Damals warnte der Finanzchef der Deutschen Bank auf einer Investorenkonferenz in London vor den Folgen ungünstiger Wechselkurse und höherer Finanzierungskosten auf die Erträge im Investment Banking, was auch die Aktien von UBS und Credit Suisse in Mitleidenschaft zog.
Als die beiden Schweizer Grossbanken wenige Wochen später ihre Ergebnisse für die Zeit von Anfang Januar bis Ende März vorlegten, übertrafen beide im Investment Banking die Erwartungen um Längen. Dass die UBS-Aktie am Tag der Zahlenpräsentation dennoch Kursverluste zu beklagen hatte, war auf gewisse Schwächen im Wealth Management zurückzuführen.
Credit-Suisse-Aktie hielt sich zuletzt etwas besser
Während die Aktien der US-Investmentbanken noch vor wenigen Monaten Kursrekorde schrieben, gehen die Rekorde bei UBS und Credit Suisse in die Zeit vor Ausbruch der Finanzkrise der Jahre 2007/08 zurück. Kostete die Aktie der Credit Suisse einst fast 100 Franken, waren es zuletzt noch 15,22 Franken. Bei der UBS fällt die Bilanz aus Sicht der Aktionäre ähnlich ernüchternd aus. Mit 15,09 Franken trennen die Aktie der Grossbank Welten vom Rekordhoch von 75 Franken.
Im bisherigen 2018 hat die Aktie der Credit Suisse mit einem Minus von 11 Prozent die Nase vorn. Jene der UBS liegt nämlich um 15 Prozent unter dem Stand von Anfang Januar.

