Die grossen US-Banken profitieren vom wachsenden Investmentbanking und teils florierenden Handelsgeschäften. Ein starkes Handelsgeschäft verhalf etwa der Bank of America im vierten Quartal zu einem Gewinnsprung. Der Nettogewinn stieg auf 7,6 (Vorjahr: 6,8) Milliarden Dollar oder 98 (83) Cent je Aktie, wie die zweitgrösste US-Bank am Mittwoch mitteilte. Die Erträge aus dem Handel legten dabei um zehn Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zu. Auch Konkurrent Wells Fargo legte zu. Bei der Citigroup boomte die Investmentsparte ebenfalls, die Konzernbilanz wurde aber von Verlusten aus dem Verkauf des Geschäfts in Russland belastet.
Die gesamte US-Finanzbranche profitierte von einer Erholung im Fusions- und Übernahmegeschäft in der zweiten Jahreshälfte 2025. Zahlreiche Deals wurden abgewickelt, nachdem Unsicherheiten um die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump vor allem vor dem Jahreswechsel in den Hintergrund getreten waren. Die Einnahmen im Investmentbanking allein der Citigroup kletterten um 35 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar. Verhagelt wurde der Gewinn der Bank im vierten Quartal aber durch den Verkauf ihres Russland-Geschäfts, der vor allem durch Währungseffekte für einen Verlust vor Steuern von 1,2 Milliarden Dollar sorgte. Die Führung der Citigroup hatte im vergangenen Monat den Verkauf der russischen Sparte AO Citibank an Renaissance Capital gebilligt. Konzernchefin Jane Fraser treibt einen tiefgreifenden Umbau der Bank voran. Noch in dieser Woche sollen dabei einem Insider zufolge rund 1000 Stellen gestrichen werden. An der Börse kam die Strategie zuletzt gut an. Die Aktie der Citigroup legte im Gesamtjahr 2025 um rund 66 Prozent zu und schnitt damit deutlich besser ab als die Papiere der Konkurrenz.
Doch auch die Wettbewerber verdienten gut. Beim Konkurrenten JPMorgan Chase fielen die Erträge im Investmentbanking zwar leicht, doch konnte das Geldhaus im Handelsgeschäft ein deutliches Plus verbuchen. Die Erträge dort kletterten im vierten Quartal um 17 Prozent. Dabei legten die Einnahmen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren um sieben Prozent zu, während die im Aktienhandel um 40 Prozent in die Höhe schnellten. Hintergrund waren starke Schwankungen an den Finanzmärkten. Sorgen über eine Blasenbildung bei KI-Aktien und die Unsicherheit über künftige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve hatten Anleger zu Umschichtungen ihrer Investitionen bewogen.
«Die US-Wirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen», sagte JPMorgan-Konzernchef Jamie Dimon. Der Arbeitsmarkt habe sich zwar abgeschwächt, die Lage scheine sich aber insgesamt nicht zu verschlechtern. Die Verbraucher gäben weiterhin Geld aus und die Unternehmen seien im Allgemeinen gesund.
(Reuters)
