Die Idorsia-Aktien legen seit geraumer Zeit massiv zu. Am gestrigen Dienstag führten sie schliesslich den Swiss Performance Index (SPI) mit einem Plus von 10 Prozent an. Bei aktuell rund 6,51 Franken hat sich der Kurs seit dem Allzeittief von etwa 69 Rappen vom Frühjahr 2025 fast verzehnfacht.

Die Nachricht, die der Markt vorweggenommen hat, ist da: Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA will die Beschränkungen für eine bestimmte Klasse von Schlafmitteln lockern. Davon profitiert auch das Idorsia-Medikament Quviviq. Das Amt schlägt vor, sogenannte duale Orexin-Rezeptor-Antagonisten (DORA) im Betäubungsmittelrecht von der Kategorie Schedule IV in die weniger restriktive Kategorie Schedule V umzustufen. Ein Game-Changer für den Konzern.

Zur Erinnerung: In den USA gelten für Schlafmittel wegen Missbrauchsrisiken und Nachwirkungen strenge Regeln. Quviviq ist bisher als kontrollierte Substanz eingestuft, was den Verkauf erschwert. Idorsia kämpft schon lange für eine Lockerung - nun mit Erfolg. Segnet die Behörde die Umstufung definitiv ab, öffnet das den US-Markt für Quviviq spürbar.

Charttechnisch steckt die Aktie in einem starken Aufwärtstrend. Durchbrechen die Valoren den Widerstand zwischen 6,50 und 7,00 Franken nachhaltig, liegt der Weg in Richtung 10 bis 11 Franken frei. Nach unten sichert die Marke um 4,50 Franken ab. Erst ein Rückfall unter 4,00 Franken würde das Chartbild trüben und die Gewinne infrage stellen. Angesichts der aktuellen Nachrichten ist dieses Negativszenario vorerst unwahrscheinlich.

Fundamental bleibt das Bild gemischt, wobei sich der Einfluss der neuen Ausgangslage auf die Fundamentaldaten erst noch weisen muss. Bis 2028 soll der Umsatz zwar um über 77 Prozent wachsen und der Konzern den Turnaround schaffen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 38x auf Basis der Schätzungen für 2028 ist die Aktie jedoch hoch bewertet. Auffällig: Für 2029 und 2030 rechnen Analysten wieder mit tieferen Gewinnen. Ein geschätzter Gewinn von nur 60 Rappen pro Aktie lässt das KGV für diese Periode auf über 108x ansteigen.

Von vier befragten Analysten empfehlen zwei den Titel zum Kauf und zwei zum Halten, Verkaufsempfehlungen liegen keine vor. Das durchschnittliche Kursziel für die nächsten zwölf Monate liegt bei rund 5 Franken. Gemessen am aktuellen Kurs entspricht das einem Abwärtsrisiko von rund 23 Prozent.

Nächster wichtiger Termin ist die Entscheidung der DEA nach Ablauf der 30-tägigen Kommentarfrist im September 2026. Sollte die Umstufung von Quviviq definitiv beschlossen werden, dürften die Expertinnen und Experten ihre Modelle zweifelsohne nach oben anpassen müssen. Ob die Aktie dann die hohe Bewertung halten oder ausbauen kann, bleibt abzuwarten.

Luca_Niederkofler
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