Die Einnahmen erhöhten sich um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten damit gerechnet, nach einem aufwärts revidierten Zuwachs von 1,0 Prozent im Mai. Damals war ein Teil des Umsatzanstiegs auf die höheren Benzinpreise zurückzuführen, die die Einnahmen an den Tankstellen in die Höhe trieben. Die sinkenden Preise an den Zapfsäulen haben laut Helaba-Analyst Ralf Umlauf im Juni die nominalen Umsätze des gesamten Einzelhandels belastet, sodass wie erwartet nur ein kleines Plus vermeldet wurde.
NordLB-Analyst Tobias Basse verweist darauf, dass den Verbrauchern durch die niedrigeren Spritpreise Konsum an anderer Stelle ermöglicht wurde: So zeige sich, dass beim Ausklammern des Tankstellengeschäfts ein Umsatzplus im Einzelhandel von «beachtlichen 0,7 Prozent» zum Vormonat herausgesprungen sei: «Auf die Kauffreude der US-Konsumenten ist also auch weiterhin Verlass», so das Fazit des Experten.
Die teure Energie infolge des Iran-Krieges löste einen Inflationsschub in den USA aus, der im Juni allerdings an Kraft verloren hat: Die Teuerungsrate sank auf 3,5 Prozent, nach 4,2 Prozent im Mai. Aus dem Führungskreis der US-Notenbank ist zuletzt der Ruf nach einer Zinserhöhung laut geworden, sollte die Inflation nicht bald abebben. Entsprechend äusserten sich Fed-Direktorin Lisa Cook und auch ihr Kollege Christopher Waller. Notenbankchef Kevin Warsh betonte, die Fed werde dafür sorgen, dass der Inflationsschub der letzten Jahre der Vergangenheit angehöre. An den Terminmärkten wird damit gerechnet, dass die US-Zentralbank auf ihrer Sitzung Ende des Monats noch stillhält und die Zinsen dann im September anheben dürfte.
(Reuters)

