Die Valoren von Comet steigen am Dienstagmorgen im frühen Handel um 2,6 Prozent auf 253,40 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) wegen der wieder höher tendierenden Erdölpreise 0,3 Prozent nachgibt. Seit Jahresbeginn hat der Titel des Halbleiterzulieferers mehr als 12 Prozent zugelegt. 

Auslöser für die Kursavance war JPMorgan. Die US-Investmentbank nimmt die Abdeckung für Comet mit der Einstufung «Overweight» und einem Kursziel von 335 Franken wieder auf. Das ergibt ein Aufwärtspotenzial von 32 Prozent. Der Technologiekonzern sei als Zulieferer der Halbleiterindustrie gut positioniert, insbesondere im Bereich von Hochfrequenzsystemen und Röntgenanwendungen, schrieb Analyst Craig McDowell in einer Kundennotiz.

Zudem erschliesse sich das Unternehmen neben der starken Stellung in bestehenden Märkten zusätzliche Wachstumsfelder, etwa im Bereich RF-Generatoren. Die RF-Generatoren von Comet sind leistungsstarke Hochfrequenz-Stromversorgungen, die primär zur Plasmagenerierung in Vakuumkammern eingesetzt werden. Dazu kämen Massnahmen zur Kostensenkung, die im kommenden Aufschwung die Margen stützen sollten, so der Analyst weiter. Insgesamt erwartet er damit ein deutliches Gewinnwachstum in den nächsten Jahren.

Das gleiche Kursziel ruft Vontobel aus. Die Einstufung lautet ebenfalls «Buy». Nach den Zahlen 2025 passe er seine Prognosen für den Röntgen- und Hochfrequenzspezialisten an, schrieb der Analyst Micheal Foeth. Dabei trage er Einmaleffekten und verstärkten Wechselkursbelastungen Rechnung. Obwohl Comet keine konkreten Prognosen für das erste Quartal 2026 oder das Gesamtjahr abgebe, bleibe er mit Blick auf das Wachstum zuversichtlich. Dieses werde von der starken Nachfrage nach KI- und Rechenzentrums-Chips getragen. Zusätzlich stützen steigende Investitionen in Produktionskapazitäten, neue Chip-Technologien und die zunehmende Marktdurchdringung neuer Produkte die Entwicklung.

Branchenboom hält an

Anfang März legte der Halbleiterzulieferer aus Flamatt enttäuschende Zahlen für das Jahr 2025 vor. Ebenso wurde die Dividende zusammengestrichen und der Ausblick fiel wenig überzeugend aus. Dies führte zu kleineren Korrekturen bei den Kurszielen unter negativen Vorzeichen. Die Analysten halten aber weiterhin an den Kaufempfehlungen fest. 

Die Branche zeigt sich per se weiter zuversichtlich. Normalerweise durchläuft die Halbleiterindustrie einen typischen «Boom and Bust»-Zyklus. Dies dürfte derzeit nicht der Fall sein, alle Zeichen deuten auf einen länger anhaltenden Boom hin. 

So erklärte Chey Tae-won, Vorsitzender der SK Group - das ist die Muttergesellschaft des südkoreanischen Memory-Chip-Herstellers SK Hynix - auf der Jahrestagung von Nvidia im kalifornischen San Jose, dass der weltweite Mangel an Halbleiterwafern und Speicherchips voraussichtlich bis 2030 anhalten werde. Diese Prognose verdeutliche ein gravierendes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das hauptsächlich durch das explosive Wachstum der Künstlichen Intelligenz (KI) verursacht wird, so die Meinung von Experten. 

(cash)